Aber es bleibt dennoch spannend, denn seit dem letzten iOS 14.5 Update im Frühjahr 2021 müssen iPhone-Nutzer ihr Opt-In geben, damit Facebook die Verwendung der Apps tracken und für die Optimierung der Anzeigendistribution nutzen kann. Vor diesem Hintergrund hat Facebook nun eine Warnung herausgegeben und auf den kommenden Gegenwind hingewiesen. Die Aktie rauschte trotz der Rekordgewinne erstmal ins Minus.

Social Commerce für Mark Zuckerberg einer der drei großen Zukunfttrends

Eines ist ganz deutlich: Unternehmen brauchen in Zukunft neue Umsatztreiber neben dem reinen Anzeigengeschäft. Was will Facebook jetzt tun? Mark Zuckerberg nannte vor wenigeh die drei großen Zukunftsthemen, mit denen er seine Plattformen positionieren möchte:

  • Social Commerce
  • Neuen Funktionen für Content Creator (Influencer)
  • Next Computing Platform (AR/VR Hardware)

Im Zusammenschluss bilden die drei Themen den Einstieg in das Metaverse, die neuen künstliche Welt von Facebook, eine Vision von einem interaktiven Internet, welches alle wichtigen Lebensbereiche abbilden kann und am ehesten im Gaming mit Fortnite, Roblox oder Animal Crossing: New Horizons existiert.  

Erhebliches Umsatzpotenzial für Unternehmen

An dieser Stelle möchte ich aber den Commerce fokussieren, weil ich genau hier für Unternehmen ein unglaubliches Umsatzpotenzial sehe, das sich schon bald hebeln lässt. Die Zukunftsvision der Sozialen Netzwerke: Von der individuellen Inspiration und Entdeckung (Discovery) der Angebote über die tiefergehende Recherche mithilfe von AI und einen vereinfachten Kaufprozess soll auf Facebook, Instagram und Whatsapp eine native Umgebung entstehen, die einen Direktvertrieb für alle Interessenten ermöglicht.

Unternehmen können schon bald den kompletten Verkaufsprozess in den sozialen Netzwerken abbilden.

In den USA entfällt bereits ein Weiterleiten von Facebook, Instagram oder Whatsapp auf einen externen Online Shop zum Bezahlen. Im Anschluss an den Kauf bieten sich den Unternehmen die Messenger-Funktionen für ein automatisiertes CRM an. So können Unternehmen den Customer-Lifecycle theoretisch komplett innerhalb der sozialen Netzwerke abbilden und steuern.

Daraus können wir zwei Dinge schlussfolgern: Erstens ist eine globale Ausweitung von Social Commerce, wie er schon jetzt in den USA stattfindet, nur noch eine Frage der Zeit. Unternehmen können sich also darauf einstellen, dass sie schon bald den kompletten Kaufprozess in den sozialen Netzwerken abbilden können. Zweitens: Es erschließt sich ein neuer direkter Umsatzkanal, bei dem User nicht mehr die Plattform wechseln müssen, um zu bezahlen. Das ist eine Hürde weniger auf dem Weg hin zum Kauf.

Björn Erbslöh, Suxeedo

Björn Erbslöh

Von diesem neuen Verkaufskanal können vor allem Unternehmen profitieren, die bisher noch keinen Onlineshop haben, müssen sie nun doch keine aufwendige Infrastruktur auf einer Website bauen. Gleichzeitig müssen sich Unternehmen aber an die Voraussetzungen des Anbieters anpassen: Userdaten, technische Umgebung, Tracking, Gestaltung des Shops u. v. m. kann nur in einem von Facebook vorgeschriebenen Rahmen stattfinden. Und dennoch: Mit weltweit 4,2 Milliarden aktiven Social-Media-Usern, ist es schwer dieses Potenzial liegen zu lassen.

Ausblick und andere Netzwerke

Facebook ist ein dominanter Player im Social Commerce aber bei weitem nicht der einzige. Auch die anderen sozialen Netzwerke wie TikTok, Pinterest oder Snapchat sind vom Werbegeschäft abhängig und experimentieren deshalb seit längerem mit Commerce-Funktionen. Es bleibt spannend zu beobachten, ob sich neue Funktionen aufgrund von Bedürfnissen der Unternehmen mit Direktvertrieb oder der Influencer, welche stetig neue Quellen zur Monetarisierung ihrer Inhalte suchen, durchsetzen werden.

Termintipp: W&V Online-Seminar Social Commerce am 27. August 2021

Die W&V Akademie führt mit Björn Erbslöh am 27. August ein halbtägiges Seminar (9 bis 13 Uhr) zu Social Commerce durch. Mehr Infos finden Sie hier.



Autor: W&V Gastautor

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