BerlKönig-Kampagne :
Fake-Wut: Der BVG-Tweet von Ochsenknecht jr.

Die Kampagne für die BVG-Ridesharing-App "BerlKönig" wirkt überinszeniert: Kurz vor dem Launch beschwert sich Testimonial Wilson Ochsenknecht via Twitter über den Berliner ÖPNV.

Text: Markus Weber

Der Trend geht zur Fake-Wut: Nun sogar auch bei gut bezahlten Testimonials.
Der Trend geht zur Fake-Wut: Nun sogar auch bei gut bezahlten Testimonials.

Die Ridesharing-App "BerlKönig" ist entwickelt worden, um die Zielgruppe der ÖPNV-Verweigerer als Kunden für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu gewinnen.

Eine clevere Idee. Ebenso clever ist die Vater-Sohn-Kampagne der Berliner BVG-Agentur GUD in Anlehnung an Goethes Erlkönig-Ballade.

Doch weniger ist manchmal mehr.

Eine derartige Überinszenierung - wie nun im Fall Ochsenknecht/BVG geschehen - ist schlichtweg nur nervig. Gerade mal zwei Tage vor dem offiziellen Kampagnenstart beschwerte sich Wilson Gonzales Ochsenknecht öffentlich via Twitter über die Berliner Verkehrsbetriebe: "Alles verspätet, pöbelnde Fahrer, aber behaupten, dass ihr uns liebt. Ey BVG, was fahrt ihr eigentlich fürn scheiß Film?"

Die (pseudo-)lustige Antwort der BVG darauf: "Apropos Scheißfilm: Vielleicht will dein Papa dich ja abholen."

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An diesem Donnerstag folgte dann der offizielle Startschuss der BerlKönig-Kampagne.

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Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen und behaupten, im Netz sei doch ohnehin alles Show und Fake. Wer nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, wird das Ganze mit Sicherheit auch schnell durchschauen.

Aber Glaubwürdigkeit ist ein zu hohes Gut, um so damit zu spielen.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.