SpaceX bringt Tesla ins All :
Falcon Heavy, der Marketingcoup von Elon Musk

Elon Musk hat sein rotes Tesla-Cabrio erfolgreich mit der Rakete Falcon Heavy ins All geschossen. Ein Marketingcoup von SpaceX - trotz kleiner Macken. 

Text: Petra Schwegler

Wiederverwendbar: Die äußeren Antriebsteile von Falcon Heavy konnten Elon Musk und sein SpaceX-Team punktgenau in Florida landen.
Wiederverwendbar: Die äußeren Antriebsteile von Falcon Heavy konnten Elon Musk und sein SpaceX-Team punktgenau in Florida landen.

Zugegeben – es ist ein Marketingcoup mit kleinen Macken, den Tesla-Eigner Elon Musk in der Nacht auf Mittwoch (nach europäischer Zeit) mit dem Projekt Falcon Heavy hingelegt hat.

Musks privates Raumfahrtunternehmen SpaceX hat erfolgreich die derzeit größte und schwerste Weltraumrakete getestet und – wie angekündigt  - fast alle Antriebsteile wieder im US-Space-Center in Cape Canaveral in Florida landen lassen. Fast. Denn eines der drei Module von Falcon Heavy verfehlte seinen Landepunkt auf einer Schwimmplattform und zerschellte im Meer. Dafür durfte das Netz verfolgen, wie die beiden äußeren Antriebsraketen nahezu synchron "eingeparkt" wurden.

Dennoch: Elon Musks rotes Tesla-Cabrio ist nach dem Jungfernflug des neuen Raketentyps im All und darf auf seiner Umlaufbahn in den nächsten Jahren immer wieder am Mars vorbeidüsen.

Der Tesla im All.

Der Tesla im All.

Was Elon Musk mit SpaceX vorhat

Die neue Rakete ist aber auch für den Transport bemannter Weltraummissionen in den Orbit gebaut worden. Den Plan, mit der Falcon Heavy auch Weltraumtouristen in den Orbit zu schießen, habe Elon Musk nun jedoch fürs Erste zurückgestellt, berichten US-Medien. Dies sei der bereits nächsten Raketengeneration vorbehalten, die unter dem Namen Big Falcon Rocket von SpaceX entwickelt werde.

Bewiesen ist auch halbwegs: Die Wiederverwendbarkeit der Antriebsraketen macht den Raumtransport verhältnismäßig preisgünstig. Künftig könnte SpaceX durchaus  große leistungsstarke Satelliten etwa für die US-Streitkräfte in den Welttraum transportieren.

Aber vor allem für die Außenwirkung ist das Projekt Falcon Heavy zur rechten Zeit ein Segen -  kritischen Aktionären wird Elon Musk wohl am heutigen Mittwoch bei der Tesla-Hauptversammlung die Bilder vorspielen, die die Astronauten-Puppe "Starman" am Steuer des roten Tesla-Cabrios im Weltraum zeigen. Dabei hakt es gerade beim Kernbereich E-Autos. 

Twitter war natürlich dabei

Hilfreich ist für Musk auch einmal mehr das Social Web: Denn Musks Rakete startete von derselben Abschussrampe wie einst die bemannte Mondmission Apollo 11. Astronaut Buzz Aldrin beobachtete den Start aus der Nähe. "Gratuliere, SpaceX", twitterte der Weltraum-Pionier nach dem gelungenen Abheben.

Hier der 43-Minuten-Film, der über Nacht mehr als 10 Millionen Abrufe verzeichnet und in der Inszenierung ein bisschen an den gelungenen Red-Bull-Space-Jump von Felix Baumgartner erinnert: 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.