Natürlich ist der eigentliche Star der Kampagne Spitzenkandidat Lindner, der von einer "One-Man-Show" jedoch nichts wissen will. Schließlich stellten auch die anderen Parteien ihre Spitzenkandidaten ins Rampenlicht. Das sehen viele Medien jedoch anders: "Christian Lindner macht auf Rammstein", "Christian Lindner als neuer Popstar", "Die Kampagne bin Ich", "Viel Lindner, viel Text" lauten einige Schlagzeilen. 

Rammstein-Fotograf porträtiert Lindner

Dabei gelingt es Heimat durchaus, den FDP-Politiker so zu inszenieren, dass er sich vom gängigen Wahlgegrinse abhebt. Zu verdanken ist dies dem Berliner Porträt-Fotografen Olaf Heine, der bekannt ist für Fotos von Künstlern wie Rammstein, Sting und Die Ärzte. Außerdem drehte er zahlreiche Musikvideos und Werbefilme. Zu seinen Kunden zählen Adidas, BMW, O2, Mini, Rolex, Sony, Bitburger und Hugo Boss. Den FDP-Chef inszeniert Olaf Heine in schwarz-weiß. Er wirkt dabei - passend zum Slogan - nachdenklich. 

Die Hintergründe sind weiß gehalten, was laut FDP-Generalsekretärin Nicola Beer Frische und Klarheit ausstrahlen soll. Zudem habe man sich bewusst für Longcopys mit viel Inhalt entschieden, "denn wir haben den Wählern was zu sagen". Mehr als 6000 Großplakate seien von der Basis bereits bestellt worden, im Wahlkampf 2013 waren es rund 4000. Das Budget für die Kampagne liegt bei rund fünf Millionen Euro. Neben Großflächen und Plakaten setzt die FDP stark auf Bewegtbild und Maßnahmen in sozialen Netzwerken. "Einen digitalen Wahlkampf", verspricht Beer, mit jeder Menge "Überraschungen", die Teil der umfassenden Digitalstrategie seien. So soll es etwa einen Podcast geben, bei dem FDP-Kandidaten das Parteiprogramm vorlesen, verrät Lindner. 

Einige Plakatmotive: 

Das Wahlprogramm der FDP

Das Wahlprogramm der FDP

  

Christian Lindner auf dem Wahlplakat der FDP
Olaf Heine fotografierte.

Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.