Dieselaffäre :
Fiat und Ford Italien attackieren Volkswagen

Fiat Chrysler und Ford wollen in Italien von der VW-Dieselaffäre profitieren. Beide Konkurrenten bieten eine Art "Abwrackprämie" an - für alle VW-Modelle.

Text: Frauke Schobelt

07. Oct. 2015 - 2 Kommentare

Es war wohl nur eine Frage der Zeit: In Italien greifen Fiat Chrysler (FCA) und Ford nun den kriselnden Konkurrenten Volkswagen direkt an. So stellen Fiat-Händler bei einer gemeinsamen Aktion eine Art "Abwrackprämie" für Gebrauchtwagen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda in Aussicht, wenn Kunden auf ein Modell des italienisch-amerikanischen Konzerns umsteigen.

500 Euro gibt es beispielsweise beim Kauf eines Fiat 500 oder 1500 Euro für den Wechsel zu einem Jeep Grand Cherokee. Der FCA-Bonus gilt allerdings nicht nur für Dieselfahrzeuge, sondern auch für Benziner. Das Angebot läuft bis Ende Oktober 2015. Ford wiederum bietet 750 Euro Rabatt für alte VWs.

Laut Schätzungen könnten über 600.000 VW-Fahrzeuge in Italien von den Abgas-Manipulationen betroffen sein. Die Zeitung "La Stampa" berichtete außerdem von VW-Autohäusern in Turin, die in den ersten Tagen nach der Entdeckung der Manipulationen leer waren. Dann aber kamen die Leute wieder - diesmal auf der Jagd nach besonderen Rabatten wegen des Skandals.

Die Beziehung zwischen FCA und Volkswagen ist von Sticheleien geprägt: So haben VW-Vertreter in der Vergangenheit betont, dass die FCA-Marke Alfa Romeo bei den Wolfsburgern besser aufgehoben wäre. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne wiederum hatte 2011 den Deutschen ein "Blutbad" vorgeworfen - und meinte damit die aggressive Rabattpolitik. (fs/app)


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



2 Kommentare

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Anonymous User 7. Oktober 2015

@Bulli: Ehrliche, saubere Diesel ohne Manipulationen ist ja scheinbar gerade die Stärke von Fiat. Ich kanns ihnen nicht verüblen, denn wie oft mussten gerade Italienische Marken für viel weniger viel mehr Hohn und Spott aus Deutschland ertragen?

Anonymous User 7. Oktober 2015

Anstelle von Ford und Fiat würde ich hier den Ball lieber flach halten. Sicherlich werden auch diese Hersteller einmal wieder ins Fadenkreuz geraten mit zweifelhaften Vorgehen oder Qualtitätsniveaus. Ich finde aus Sicht der Wettbewerber sollte man sich in der Krise eines Wettbewerbers besser auf eigene Stärken besinnen als Schwächen des Anderen auszunutzen.

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