Entscheider-Umfrage :
Flughafenpannen schaden der gesamten deutschen Wirtschaft

Die nicht endende Fehlerserie beim Bau des Berliner Flughafens schlägt auf das Image deutscher Unternehmen und Produkte durch, befürchten Marketing-Profis. Das besagt die gemeinsame Erhebung "Snapshot from the Chiefs of Marketing" von Roland Berger, Münchner Gespräche und W&V.

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Durch das Trauerspiel um die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens leidet das Ansehen der gesamten deutschen Wirtschaft. Auch das Prädikat „Made in Germany“ wird in Mitleidenschaft gezogen. Das besagt die gemeinsame Erhebung "Snapshot from the Chiefs of Marketing" von Roland Berger Strategy Consultants, Münchner Gespräche sowie Werben & Verkaufen. Beteiligt an der Umfrage per Smartphone haben sich 73 der 500 Top-Marketingchefs und Creative Minds in Deutschland.

Kaum mehr ein Tag vergeht mittlerweile ohne neue oder neu aufgewärmte Berichte über Pannen am neuen Hauptstadt-Airport „BER“ – wann und ob er je eröffnet wird, ist und bleibt offen. Entsprechend wird bereits wieder gefragt, ob man ihn überhaupt braucht. Dabei wirkt sich die Pannenserie in Verbindung mit der Unfähigkeit zu konkreten Zusagen negativ auf das Image der gesamten deutschen Wirtschaft und des Standorts Deutschland aus, findet fast jeder dritte Marketing- oder Kreativprofi. Auch die an sich positiv behaftete Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“ leidet nach Auffassung der Befragten mit.

Zumindest jeder vierte Befragte sieht es hingegen nicht ganz so dramatisch: Die Pannenserie wirkt sich in erster Linie negativ auf das Image der Hauptstadt als Wirtschaftsstandort aus, so ihre Auffassung – nicht aber auf die ganze Nation und ihre Wirtschaft. Allerdings ist auch dieser Effekt nicht zu unterschätzen. Berlin steht zwar als Hochburg der Kreativen und Start-Ups gut da, Großunternehmen sind hingegen genauso rar gesät wie Arbeitsplätze bei ihnen.

Dass die Flughafenmisere allein mit bestimmten Personen in Verbindung gebracht wird und nur deren Ansehen leidet, wäre für viele (und) Oppositionelle wohl ein geringes Übel – aber nur etwa ein Sechstel der befragten Marketingexperten (16 Prozent) glaubt, dass es dabei bleibt und dass nur einige Politiker durch die Pannenserie an Image (und Wählergunst) einbüßen. Ähnlich viele sind der Auffassung, dass sich die Pannenserie in einen Kommunikationserfolg ummünzen ließe – dass sich also bei ehrlichem Eingestehen von Fehlern und nachvollziehbaren (Gegen-)Maßnahmen sogar noch Image-Gewinne erzielen ließen.

Das sollte aber dann bald geschehen. Denn das Thema wird die Deutschen noch einige Zeit beschäftigen, befürchten die Befragten. Nur elf Prozent glauben, dass die Pannenserie ein vorübergehendes Thema ist, ihre Auswirkungen gering bleiben und dass das Thema rasch wieder in Vergessenheit gerät. Dennoch dürften einige Flughafenplaner wie auch Politiker hoffen, dass die Medien möglichst bald wieder ein neues Thema für sich entdecken.

Fragen zur Umfrage-Methodik? Hier gibt es weitere Informationen.


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