Automobilmarketing :
Ford stellt Marketing auf den Prüfstand

Nach enttäuschenden Ergebnissen in 2017 überdenkt der Automobilhersteller Ford seine Marketing-Strategie. 

Text: Katrin Otto

Ford macht sich fit für die Zukunft
Ford macht sich fit für die Zukunft

Die Zahlen des Automobilhersteller Ford waren enttäuschend. Der Gewinn vor Steuern reduzierte sich 2017 um 19 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar, die Umsatzrendite sank von 6,7 Prozent (2016) auf fünf Prozent.

Neben drastischen Sparmaßnahmen in der Produktentwicklung und Herstellung - 14 Milliarden Dollar in den kommenden fünf Jahren - und Optimierungen im Produkt-Lineup, nämlich Ausbau der profitablen und populären SUV-Range - soll das Marketing neu überdacht werden.

Zusammenarbeit mit WPP auf dem Prüfstand

Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit der WPP-Agentur Global Team Blue. Das sagte der neue CMO von Ford, Kumar Galhotra, im Interview mit Adage.com.

Der gebürtige Inder mit Ingenieurshintergrund betont dabei die Stärke der Marke mit ihrer 115 Jahre alten Historie. Die gesamte Automobilindustrie stehe aber im schnellen Wandel, so dass es jetzt darum gehe, die Marke für aktuelle Herausforderungen wie autonome Fahrzeuge und Elektromobile aufzustellen. 

Ziel sei es, der weltweit vertrauenswürdigste Autohersteller zu werden. Vertrauen sei gerade heute eine wichtige Währung, sagt Galhotra. Beim Wandel vom reinen Autoverkäufer zum Mobilitätskonzern sei die richtige Markenführung entscheidend. Eine der großen Herausforderungen ist es deshalb die Marke auf die Zukunft vorzubereiten.

Fit für die Zukunft

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sollen deshalb alle Geschäftsfelder effizienter ausgerichtet werden. Der neue Ford- CEO Jim Hackett bezeichnet das als "Fitness-Initiative".

Das betrifft auch die Kooperation mit WPP. Die Frage sei, ob das aktuelle Modell der Zusammenarbeit auch das effizienteste sei, so Galhotra. Als wesentlicher Bestandteil würde das Marketing-Modell aktuell überprüft, mehr nicht.

Auf die Frage, ob Ford weiter mit WPP arbeiten wolle, antwortet der CMO: "Wir wissen es zu diesem Zeitpunkt noch nicht". Erst müssten die "Fitness-Übungen" gemacht werden. Das hieße aber nicht unbedingt Kostenreduzierung, sondern es gehe um mehr Effizienz und Effektivität. Es sei noch zu früh zu sagen, was das für die Agentur-Zusammenarbeit bedeute.