General Motors feuert Facebook-Kritiker

GM-Marketingchef Joel Ewanick muss gehen. Der Autokonzern feuert den Manager, weil er die "Erwartungen nicht erfüllt habe". Ewanick hatte unter anderem Facebook mit Anzeigenboykott gedroht.

Marketingchef Joel Ewanick muss gehen. Der Autokonzern General Motors feuert den Manager, weil er die "Erwartungen nicht erfüllt habe", so Sprecher Greg Martin. Ewanick hatte unter anderem Facebook kurz vor dessen Börsengang mit Anzeigenstopp gedroht - Sparpotenzial rund 10 Millionen Dollar. Außerdem wollte er den Super-Bowl-Auftritt des Unternehmens einsparen: Zu teuer, fand Ewanick, und investierte lieber in den Sponsorenvertrag seiner Marke Chevrolet mit dem Englischen Fußballklub Manchester United.

Erst vor wenigen Tagen war GM außerdem als weltgrößter Autohersteller von Toyota abgelöst worden, berichtet die FTD. Joel Ewanick war im Dezember 2010 bei GM als Global Chief Marketing Officer angetreten und seither für die GM Marken weltweit verantwortlich, darunter Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC, Holden, Opel und Vauxhall. Das dazugehörige Budget geht in die Milliarden.

In seiner Zeit als CMO stellte Ewanick die langjährigen Agenturbeziehungen des Konzern komplett neu auf und plante derzeit eine Inhouse-Agentur namens Commonwealth, eine Zusammenarbeit der konkurrierenden Agenturgruppen Omnicom und Interpublic. Die Firma mit Sitz in Detroit sollte Kreativtalent und strategische Führung vereinen. Einige Agenturmitarbeiter sind daher eigens nach Detroit umgezogen, wo die Agenturszene nach der Krise sehr gelitten hatte (Adage).

Vorübergehend wird Vertriebsmann Alan Batey den Posten von Ewanick übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Es sei eine Ehre gewesen, dem GM-Team anzugehören, twitterte der scheidende CMO und wünscht seinen Kollegen alles Gute.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



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