Von wem kassieren die Vergleichsportale Geld?

Die Portale haben meist Verträge mit den Versicherern oder Reiseanbietern abgeschlossen, deren Leistungen sie anbieten. Für jeden Kunden, den die Versicherer oder Reiseanbieter über die Portale gewinnen, müssen sie Geld an die Betreiber abdrücken: Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung zum Beispiel soll die Provision nach Angaben aus Versicherungskreisen rund 50 bis 100 Euro pro Vertrag ausmachen. Da kommt einiges zusammen: Allein in der letzten Wechselrunde für die Kfz-Haftlichtversicherung vermittelte Check24 rund 950 000 Verträge. Nicht alle Anbieter sind bereit, mit einem Portal zusammenzuarbeiten: Die Online-Tochter des Marktführers Huk-Coburg hat sich vor wenigen Monaten von dem Vergleichsportal Verivox verabschiedet, um Geld zu sparen.

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Was halten Verbraucherschützer von Vergleichsportalen?

Vor allem die mangelnde Transparenz ist Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. Denn ob die Auswahl der angebotenen Produkte von den jeweiligen Provisionen abhängig ist, ist für die Kunden kaum nachvollziehbar. Die Verbraucherzentralen in Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen haben vor kurzem die bekanntesten und beliebtesten Vergleichsportale unter die Lupe genommen und kommen zu einem ernüchternden Fazit: "Der Nutzen für die Verbraucher wird eingeschränkt, da die Portale häufig nicht den günstigsten Preis anzeigen." Die genauen Ergebnisse wollen die Verbraucherzentralen an diesem Donnerstag (25. Februar) in München vorstellen. Der Bund der Versicherten rät Verbrauchen grundsätzlich dazu, sich nicht auf ein Portal zu verlassen. "Vergleichen Sie die Vergleichsportale."

Können die Portale per Gesetz zur Transparenz gezwungen werden?

Der Prozess in München könnte klären, in welcher Form die Portale die Verbraucher über ihre Rolle als Makler informieren müssen. Formal richtet sich die Klage zwar nur gegen Check24 als Marktführer - in der Praxis dürften aber auch andere Anbieter sich dem Wort der Richter beugen, um eigene Prozesse zu vermeiden. Denkbar ist zudem auch ein Einschreiten der Politik: Hessen hat bereits eine Bundesratsinitiative gestartet. Die Portalbetreiber sollen demnach künftig die Provisionen offenlegen, die sie von den Produktanbietern kassieren. Interessenskonflikte, die etwa durch Provisionen von Finanzdienstleistern an die Betreiber von Vergleichsportalen entstehen, könnten so vermieden werden, sagte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Keine Probleme sieht das Münchner Landgericht nach einer ersten Einschätzung mit der Beratungsleistung von Check24 - die Abfrage persönlicher Daten über eine Maske sei zwar nicht unbedingt vergleichbar mit einem Gespräch, erfülle aber dennoch die Vorgaben für eine individuelle Beratung.

Aktueller Spot von Verivox

Wer steckt hinter Check24 und Verivox?

Im Sommer 2015 hat ProSiebenSat.1 das Vergleichsportal Verivox übernommen. Über die Tochter 7Commerce wolle man 80 Prozent der Anteile übernehmen, teilte die AG damals mit. Verivox wurde 1998 gegründet, hat sechs Standorte und seinen Hauptsitz in Heidelberg. 2014 machte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 82 Millionen Euro.  

Vor 17 Jahren hat Henrich Blase gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Eckhard Juls Check24 gegründet. Er gilt als einer der erfolgreichsten Internetunternehmer in Deutschland. Inzwischen erwirtschaften rund 800 Mitarbeiter einen Umsatz von knapp 210 Millionen Euro. (fs/dpa)


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W&V Redaktion
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