"Gestalterische Katastrophe": Der Wahlkampf Berlin im Neuromarketing-Test

Die Bremer Markenagentur Red Pepper hat die aktuellen Berliner Wahlplakate einer Neuromarketinganalyse unterzogen. Wie die Parteien abschneiden, erfahren Sie hier.

Text: Judith Pfannenmüller

25. Aug. 2011

Die Bremer Markenagentur Red Pepper hat die aktuellen Berliner Wahlplakate einer Neuromarketinganalyse unterzogen. Sie soll den Abgleich zwischen beabsichtigten Polit-Botschaften und ihrer unbewussten Wirkung ermöglichen. Im Straßenverkehr werden Wahlplakate nur „im Vorbeigehen“ wahrgenommen, und werden im Gehirn daher nicht bewusst, sondern nur vom impliziten System wahrgenommen. Gehirnforscher gehen davon aus, dass diese unbewussten Wahrnehmungen die Entscheidungen der Menschen zu 95 Prozent beeinflussen.

Um die unbewussten Botschaft der Parteien herauszufiltern, zeigte die Agentur Red Pepper 102 Probanden online die aktuelle Wahlwerbung von Berliner SPD, Die Linke, Die Grünen, CDU und FDP. Sie sollen die Plakate zum Beispiel anhand von 24 Gegensatzpaaren wie „chaotisch- geordnet“, „risikofreudig-vorsichtig“ auf einer Skala einordnen. Das geschieht unter Zeitdruck, damit die politische Einstellung des Betrachters möglichst wenig zum Zuge kommen kann.

Nun liegt es bestimmt nicht nur an guten oder schlechten Wahlplakaten, ob eine Partei in den Wahlen gewinnt oder verliert. Die „Wahlkampfunterstützung“ und das“ Grundrauschen“ solcher Plakate werde aber oft unterschätzt“ , sagt Red-Pepper-Geschäftsführer Thomas Loest. Es könne sich lohnen zu prüfen, ob die unbewusste Wirkung der Plakate mit dem Parteiprofil im Einklang sei.

Eine Partei verwirrt, eine schafft den Spagat, eine andere gibt Rätsel auf: Wie die Parteien im Neuromarketing-Check abschneiden, erfahren Sie hier.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist seit fast 17 Jahren als Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Und sie liebt die ständige Veränderung und Vielfalt in der Stadt. Ebenso bunt ist die Themenpalette, die sie bearbeitet – von Axel Springer über Klickbetrug und Wahlkampf bis Zalando. Ganz besonders interessiert sie sich für politische Kommunikation.



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