Prognose von PwC :
Globale Wirtschaft wächst wie lange nicht

2018 wird laut der Prognose das Jahr mit dem höchsten Wirtschaftswachstum. Und mit dem höchsten Energieverbrauch.

Text: W&V Redaktion

2018 soll laut PwC nicht nur das Jahr mit dem höchsten Wirtschaftswachstum, sondern auch dem höchsten Energieverbrauch werden.
2018 soll laut PwC nicht nur das Jahr mit dem höchsten Wirtschaftswachstum, sondern auch dem höchsten Energieverbrauch werden.

Im laufenden Jahr dürfte die Weltwirtschaft nach Einschätzung der Unternehmensberatung PwC das größte globale Wirtschaftswachstum seit 2011 verzeichnen. 2018 soll aber nicht nur das Jahr mit dem höchsten Wirtschaftswachstum, sondern auch dem höchsten Energieverbrauch werden, prognostizierte PwC in einer am Montag veröffentlichten Analyse.

Demnach wird die Weltwirtschaft 2018 in Bezug auf die Kaufkraftparität um rund vier Prozent wachsen, was einer Zunahme der globalen Wirtschaftsleistung um rund fünf Billionen US-Dollar (4,12 Billionen Euro) entspreche. Die Hauptmotoren der Weltwirtschaft - die USA, die Schwellenländer Asiens und die Eurozone - dürften 2018 fast 70 Prozent des wirtschaftlichen Wachstums tragen. Seit dem Jahr 2000 lag der Durchschnitt bei etwa 60 Prozent.

Gleichzeitig könnten 2018 weltweit fast 600 Billiarden Btu (British Thermal Units) - umgerechnet rund 176 Petawatt - an Energie verbraucht werden. Dies sei das bisher höchste aufgezeichnete Niveau und damit doppelt so hoch wie noch 1980, so PwC.

Brexit dämpft Wachstum

In der Eurozone wird ein Wachstum von über zwei Prozent prognostiziert. Die Volkswirtschaften in der Peripherie dürften im fünften Jahr in Folge die Hauptvolkswirtschaften übertreffen. Als eine der größeren Ökonomien der Eurozone dürften die Niederlande mit 2,5 Prozent an der Spitze stehen. Großbritannien sollte dagegen unter dem Brexit leiden. Hier wird ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent prognostiziert.

"Für 2018 prognostizieren wir das wohl größte globale Wirtschaftswachstum seit mindestens sieben Jahren. Allerdings gibt es einige Abwärtsrisiken, die Unternehmen berücksichtigen sollten. Dazu zählen der Fortschritt der Brexit-Verhandlungen, wichtige Wahlen in großen Ökonomien und protektionistische Tendenzen in einigen Schlüsselsektoren der Wirtschaft", so die Leiterin der Unternehmensberatung bei PwC-Österreich, Christine Catasta.

Afrika holt auf

In Bezug auf die Kaufkraftparität ist laut der PwC-Studie China die weltweit größte Wirtschaftsmacht. Das Land der Mitte könnte 2018 um sechs bis sieben Prozent wachsen, was langsamer als zuvor sei, jedoch den Erwartungen entspreche. Zu den 17 Volkswirtschaften, die Chinas Wachstumsrate übertreffen werden, zählen unter anderem Indien, Ghana, Äthiopien und die Philippinen. Das deute auf einen Aufschwung in afrikanischen und asiatischen Ökonomien hin. Acht der zehn am schnellsten wachsenden Länder könnten in Afrika liegen.

30 Prozent des erwarteten Energieverbrauch von knapp 600 Billiarden Btu werden allein Indien und China verursachen. Dennoch sollten die Ölpreise weitestgehend stabil bleiben, da die OPEC und deren Bündnispartner die Begrenzung der Fördermenge von 1,8 Millionen Barrel pro Tag bis Ende des nächsten Jahres erweitern werden.

Niedrige Arbeitslosenquote

Zudem erwartet PwC, dass die Arbeitslosigkeit in den G-7-Ländern 2018 voraussichtlich auf den niedrigsten Stand sei 40 Jahren sinken wird. Das entspreche fünf Prozent beziehungsweise 19 Millionen Arbeitslosen.

Das Lohnwachstum sollte in einigen Ländern, in denen freie Kapazitäten begrenzt sind, eine leichten Aufwärtstrend verzeichnen, jedoch unter dem Niveau vor der Krise liegen.

Die Weltbevölkerung dürfte um weitere 80 Millionen Menschen anwachsen. Prozentuell wäre dies das geringste Wachstum seit 1950. Neun von zehn Kindern werden in Afrika oder Asien geboren. (dpa)


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