Verstoß gegen Kodex? :
Grüne beschweren sich beim Werberat über Nutella-WM-Aktion

Grüne vs. Ferrero: Der Werberat soll entscheiden, ob eine Nutella-WM-Aktion gegen den Kodex für Werbung von Lebensmitteln und vor Kindern verstößt.

Text: Petra Schwegler

Zur WM konnten Käufer im "Lovebrands"-Reich von Ferrero rund um die Kernmarke Nutella Punkte sammeln. Das stößt den Grünen auf.
Zur WM konnten Käufer im "Lovebrands"-Reich von Ferrero rund um die Kernmarke Nutella Punkte sammeln. Das stößt den Grünen auf.

Die Grünen haben Beschwerde gegen Nutella-Werbung zur Fußball-WM eingelegt. "Rote Karte für Nutella von Ferrero", forderte die Bundestagsabgeordnete Renate Künast, der vor allem eine Sammelaktion aufstieß. Wieder einmal sei die Fußball-WM von der Lebensmittelindustrie genutzt worden, um Süßigkeiten an Kinder zu vermarkten. Deshalb reichte Künast gemeinsam mit ihrem Fraktionskollegen Harald Ebner Beschwerde beim Deutschen Werberat ein.

In dem Brief ans Selbstkontrollgremium der Werbeindustrie, über den diverse Nachrichtenagenturen berichten, begründen die Abgeordneten, warum die Werbung des Süßigkeitenherstellers Ferrero ihrer Meinung nach gegen den Kodex für Werbung von Lebensmitteln und vor Kindern verstößt. Bei einer Sammelpunkte-Aktion sei für einen Fußball der Kauf von 35 Gläsern Nutella nötig gewesen. Das entspreche "15,75 Kilogramm Nuss-Nougat-Creme, neun Kilogramm Zucker, fünf Kilogramm Fett, 85.000 Kilokalorien und 97,65 Euro".

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Die Produkte von Ferrero sind übermäßig zuckerhaltig, erhöhen somit erwiesenermaßen das Risiko für Übergewicht und Diabeteserkrankungen." Dagegen werde insbesondere Nutella in diversen TV-Spots als geeigneter Frühstücksaufstrich beworben. Dabei stünden Produkte wie Nutella einer gesunden und ausgewogenen Ernährung entgegen.

Außerdem tauchten in der Werbung für die Sammelpunkte-Aktion Kinder auf, womit sich viele Gleichaltrige identifizieren könnten. Zudem seien die Nationalspieler auf Sammelkarten von Nutella abgebildet. Dadurch werde das "besondere Vertrauen ausgenutzt, das Kindern ihren Idolen entgegenbringen", heißt es.

Im vergangenen Herbst hatte Nutella übrigens unter Protest der Verbraucher die Rezeptur geändert – und den Zuckergehalt sogar noch leicht erhöht.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.