Die H&M-Aktie verlor zuletzt mehr als sechs Prozent - allerdings hatte das Papier in den vergangenen Monaten auch rund 27 Prozent hinzugewonnen. Diese Kursrallye war vor allem durch Aktienkäufe von H&M-Boss Stefan Person angeschoben worden sowie vom Investmentfonds Interogo des Möbelhändlers Ikea. Damit hatte sich die H&M-Aktie erstmals seit vier Jahren sogar besser entwickelt als die des ewigen Konkurrenten Inditex.

Der H&M-Konzern selbst hat jedoch ein erneut schwieriges Jahr hinter sich - wie die Branche insgesamt. Das von Hitze geprägte Ausnahmewetter hat 2018 die üblichen Verkaufszyklen vieler Einzelhändler in Europa durcheinandergewirbelt. Zudem hat H&M bereits seit einigen Jahren mit einer Menge an Problemen zu kämpfen.

So hat etwa Konkurrent Primark den Schweden den Rang als Anbieter günstiger Mode längst abgelaufen, und bei der Umsetzung modischer Trends war zuletzt die spanische Zara-Mutter Inditex deutlich besser unterwegs. H&M blieb damit zunehmend auf seiner Ware sitzen. Auch auf den Online-Zug ist H&M spät aufgestiegen - der Konzern steckt hier aber mitten im Aufholprozess.

Stärkere Vernetzung zwischen Filialen und Online-Shop

Die Schweden machen nun mehr Druck, um auf Markttrends schneller reagieren zu können und die Vernetzung zwischen Filialgeschäft und Onlinehandel zu forcieren - dazu hatte H&M in diesem Jahr mit dem Umbau seiner Lieferketten begonnen. Zudem will H&M mit verbesserter Qualität seiner Kleidung bei den Kunden punkten. Auch aus diesem Grund hatte das Management angekündigt, sich im vierten Quartal nicht an den Rabattschlachten der Branche zu beteiligen.

In diesem Zeitabschnitt lief es zwar für H&M besser als für Konkurrent Inditex, der durch den starken Euro ausgebremst wurde. Analysten fragen sich aber, wie viel tatsächlich hinter den Versprechen steckt und zu welchem Umfang H&M am Jahresende doch Preisnachlässe auf seine Kleidung gegeben hat, um die hohen Lagerbestände abzubauen. Völlige Klarheit dürfte es dazu allerdings erst am 31. Januar 2019 geben, wenn die Schweden ihre Jahresbilanz präsentieren. Dann erst werden auch die konkreten Ergebnis-Kennziffern veröffentlicht. (dpa)


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W&V Redaktion
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