AB Inbev :
Hasseröder und Diebels wieder in deutscher Hand

Der belgischer Brauerei-Konzern Anheuser Busch Inbev bereinigt sein Portfolio. Für die Marken Diebels und Hasseröder hat sich ein Käufer gefunden, der hessische Finanzunternehmer Daniel Deistler.

Text: Annette Mattgey

Die Mitarbeiter in Wernigerode können aufatmen. Die Traditionsmarke Hasseröder - mit 145 Jahren Historie - ist nun bald wieder eigenständig, ebenso die fast ebenso alte Altbier-Marke Diebels, die ihren Sitz im niederrheinischen Issum hat. Bisher gehörten beide Marken zum Konzern AB Inbev, der sich nun auf seine Kernmarken wie Beck's konzentrieren will.

Den Zuschlag bekommen hat CK Corporate Finance (CKCF) aus Kronberg im Taunus, bislang eher im Bereich Unternehmensfinanzierung und -akquisitionen mittelständischer Unternehmen unterwegs.

Jetzt will Inhaber Daniel Deistler den Bier-Marken neues Leben einhauchen. Unterstützen werden ihn dabei langjährige Manager von AB Inbev, die sich für die neue Aufgabe vom Konzernleben verabschieden. Adriano Leo wird Vorsitzender der Geschäftsführung, als Geschäftsführer Vertrieb und Marketing fungiert Jens Stachowiak und Eike Berthold übernimmt die kaufmännische Leitung. Für AB Inbev waren sie alle mehr als zehn Jahre tätig, ihre Schwerpunkte lagen im Vertrieb, unter anderem in der Betreuung von Key-Account-Kunden, bzw. im Rechnungswesen.

Finanzier Deistler begründet den Kauf der beiden Marken so: "Meine Leidenschaft für die Marken Hasseröder und Diebels, der Respekt vor der großen Tradition und die Begeisterung der Kunden für die Biere sind ein tolles Fundament, um das Wachstum dieser Traditionsmarken zu fördern und sie wieder stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken."

Obwohl AB Inbev in den vergangenen Jahren wenig in die Marken investiert hat, verfügen beide Biere über eine hohe Markenbekanntheit. Diebels ist nach wie vor Marktführer im Altbier-Segment. Hasseröder, eine starke Ost-Marke, ist nach eigenen Angaben in den neuen Bundesländern mit zwölf Prozent Marktanteil führend und bundesweit die fünftgrößte Biermarke. Der Absatz ist in den vergangenen Jahren aber deutlich von 2,42 Millionen Hektolitern 2013 auf 2,09 Millionen Hektolitern im Jahr 2016 gesunken. In Wernigerode verfügt die Brauerei über einen der modernsten Produktionsstandorte in ganz Europa.

Hier werde nun weiter investiert, kündigt Deistler an. Arbeitsplätze will er sichern und auszubauen. "Wir sind sicher, dass der gemeinsame Weg mit Diebels und Hasseröder der richtige Schritt für eine erfolgreiche Zukunft für alle Seiten ist", sagt Deistler.

Wenn die Transaktion bis spätestens Mitte 2018 abgeschlossen sein wird, ist das dann "ein schöner Tag", so der Unternehmer mit Anspielung auf den einstigen Kult-Werbeslogan von Diebels. Der Werbeklassiker aus den 90er Jahren stammt von BBDO, Düsseldorf. Ende der 90er Jahre wechselte Diebels zu Leagas Delaney.

Hasseröder hatte 2011 seine letzte größere Kampagne (Slogan: "Männer wissen warum"), die McCann-Erickson, Hamburg, verantwortete. Für Social-Media-Projekte war zwischenzeitlich Coma, München, tätig, aber seit einem Jahr ruhen alle Social-Media-Aktivitäten. 

Nochmal Lust auf die Diebels-Kult-Spots? Hier sind einige der Werbeklassiker:

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Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".