Standort-Analyse :
Hier wohnen junge Leute am liebsten

Die deutschen Metropolen platzen aus allen Nähten. Besonders Studenten und Berufseinsteiger zieht es in die Großstädte. Eine Studie zeigt nun, welche Stadtteile sie bevorzugen. 

Text: Markus Schmelzer

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Viele junge Leute zieht es in deutsche Metropolen, wie Berlin.
Viele junge Leute zieht es in deutsche Metropolen, wie Berlin.

Die deutschen Metropolen platzen aus allen Nähten. Besonders Studenten und Berufseinsteiger zieht es in die Großstädte. Eine Studie des Moses Mendelssohn Instituts und des Immobilienportals WG-Gesucht.de hat nun die Standort-Favoriten der jungen Bevölkerung untersucht. Gedacht ist die Analyse als Hilfestellung für die Optimierung der städtischen Strukturen, damit Städteplaner wissen, wo und was verändert werden sollte. Sie bietet aber auch Werbern interessante Zielgruppen-Informationen.  

Für die Studie wurden die Wohnpräferenzen der 20- bis 25-Jährigen in den deutschen Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf analysiert. Die Rastergröße beträgt 500 mal 500 Meter. "Somit können wir das Umfeld einzelner Straßen und Plätze benennen, die von jungen Leute besonders nachgefragt werden", erklärt Stefan Brauckmann, Direktor des MMI. 

Zu den attraktivsten Stadtteilen gehören demnach die Hamburger Stadtteile Winterhude, Sternschanze und Eimsbüttel, in Berlin sind es die Stadtmitte, Kreuzberg und Neukölln. In München ziehen die Maxvorstadt Schwabing-West und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt die meisten Jungen an.

Diese Gebiete teilen einige ausschlaggebende Gemeinsamkeiten: Sie liegen relativ zentral, sind nah an ÖPNV-Knotenpunkten in einem urban geprägten Gebiet gelegen und bieten viele gastronomische und kulturelle Angebote. 

Laut Brauckmann suchen die jungen Leute nach einem möglichst nahtlosen Übergang von der Arbeit zur Freizeit. Lange Anfahrtswege und aufwändige Planungen wollen sie vermeiden.

Ein weiterer wichtiger Standortfaktor sei die Verfügbarkeit von Zimmern in Wohngemeinschaften. Nicht nur Studierende nutzen diese Form der Unterbringung, auch unter Berufsanfängern sind WGs beliebt. Wegen der hohen Mietkosten und des geringen Budgets sei es in Metropolen oft unausweichlich auf diese Form des Wohnens zurückzugreifen, so Brauckmann. 

Eine besonders dynamische Entwicklung ist derzeit in sogenannten "Geheimtipp-Lagen" zu sehen. Hier sind die Standortbedingungen zwar noch nicht so attraktiv wie in den Szene-Vierteln, allerdings besteht eine realistische Chance auf eine positive und dynamische Entwicklung. 

Der Auftraggeber der Studie ist der Immobilienentwickler GBI AG.


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