Automarken :
Höhepunkte aus dem Super-Bowl-Werbeblock

Weitere Spots, die das Zeug zum Programmhöhepunkt haben, zeigen wir Ihnen schon vor dem Super Bowl: Mit Werbefilmen wie diesen degradieren die Automarken Kia, Toyota, Jaguar, VW und Audi das Football-League-Finale glatt zur Nebensache. 

Text: Susanne Herrmann

So wird Werbung zum Hauptprogramm: Befeuert durch die Verbreitung und Teaser via Internet, entwickelt sich die Unterbrechung des Sportereignisses Super Bowl immer mehr zum eigenen und begehrten Programminhalt. Schluss mit der Geheimhaltung der Unternehmen, die erst anlässlich des großen Spiels mit ihrer Kreativarbeit des Jahres überraschten. Heute lancieren sie Neugierigmacher via Facebook, Previews auf Youtube und die Spots vorab auf dem Google-Kanal Youtube Adblitz. Auszahlen wird sich das vermutlich: 2013 wurden die Super-Bowl-Ads bei Youtube mehr als 80 Millionen Mal angesehen, noch bevor das Spiel begann, sagte Google-Mann Lucas Watson gegenüber Adweek. Im ganzen Jahr zählte der Verantwortliche für Markenlösungen 265 Millionen Zugriffe auf Super-Bowl-Spots.

Für das anhaltend hohe Niveau und die dazu passenden Klickzahlen sorgen Filme wie dieser von Kia: Der südkoreanische Autohersteller, der im vorigen Jahr mit den "Kia Babies" eher enttäuschte, läuft in diesem Jahr zu Hochform auf. Die Agentur David & Goliath setzt "Matrix"-Star Lawrence Fishburne ein, um anschaulich zu machen, wie viel Luxus der Kia K900 bietet. Anspielungen auf "Matrix" fehlen nicht - und wunderbare Überraschungen hat Fishburne auch in petto. 

Ein Schmankerl ganz anderer Machart kommt von Toyota. Der verrückte Old-Spice-Darsteller (und ehemalige Footballspieler) Terry Crews begegnet den Muppets - die finden mitsamt ihrem kompletten Band-Equipment im Toyota Highlander Platz. Den kuriosen Puppen ist nämlich der Tourbus liegen geblieben.

Ein Plädoyer gegen Langeweile und Angepasstheit - inklusive singenden Gemüses. Damit wirbt Saatchi & Saatchi nicht für für das Auto, sondern zugleich für den nächsten "Muppets"-Film, der bald in die Kinos kommt (in Deutschland am 1. Mai).

Auch Jaguar hat bereits das Geheimnis um seinen Super-Bowl-Spot gelüftet, das Teaser-Häppchen dazu ging schon vergangene Woche online. Der Spot mit Ben Kingsley und anderen britischen Stars zeigt anschaulich, warum in Hollywood-Filmen immer Briten die Rolle der Schurken spielen müssen. Die Lösung: Es ist #GoodToBeBad. Argumente folgen im Spot.

Weitere großartige Clips von Autoherstellern, traditionell starke Super-Bowl-Spots produzierend, kommen in diesem Jahr von Audi und VW (die Artikel dazu finden Sie bei Klick auf den jeweiligen Link).

Weil sich Super-Bowl-Werbung zum eigenen Programmhöhepunkt des US-Fernsehjahres entwickelt, verkündet die Plattform Hulu selbstbewusst: "Das Beste am Spiel findet in den Werbepausen statt: Es geht um die Spots!" Eigens dafür bringt der Video-on-Demand-Anbieter den Kanal Hulu Ad Zone, der ab sofort jährlich die eigentlich aufregende Sendung überträgt: Hulu Ad Zone streamt alle Super-Bowl-Spots auf Smartphones, Tablets und Laptops. Dazu gibt es eine Abstimmung: Vom Football-Anstoß bis zum Spielende können die User für ihren Lieblingsspot abstimmen, Hulu wird anschließend die beliebteste Super-Bowl-Werbung küren. 

Derweil lenkt der Sportsender ESPN die Aufmerksamkeit wieder auf den Anlass: das Footballspiel zwischen den Seattle Seahawks und den Denver Broncos. Der Sender nutzt die Zeit des Wartens auf das Sportereignis, um darzustellen, wie kompetent die Redaktion ist - und mit welcher Leidenschaft und Hingabe die Mitarbeiter für ihre Mannschaften brennen.

Hier sitzen die Fachleute, schreit der Spot. Der einerseits eingefleischte Sportfans zeigt, wie sie wohl häufig sind - andererseits aber tief in die Schublade greift. Hinter der Arbeit stecken die Kreativen von Wieden & Kennedy, New York.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.