Sexismus-Vorwürfe :
IBM zieht umstrittene Föhn-Kampagne zurück

Nach schweren Sexismus-Vorwürfen muss IBM seine Image-Kampagne zurückziehen. Das IT- und Beratungsunternehmen hatte versucht, mehr Frauen für die Wissenschaft zu begeistern. Mit einem Haartrockner.

Text: Daniel Lange

- 8 Kommentare

IBM hat es doch nur gut gemeint. Das US-amerikanische IT- und Beratungsunternehmen hatte versucht, mit einer Kampagne mehr Frauen für die Wissenschaft zu begeistern. Zentraler Gegenstand des knapp zweiminütigen Recruitingfilms: ein Föhn und jede Menge Klischees.

Denn: Wie bringt man Frauen dazu, sich für wissenschaftliche und technische Karrieren zu entscheiden? Natürlich nur durch die Aufforderung, Experimente mit einem Haartrockner zu machen, dachte sich der IT-Riese. 

#HackAHairDryer nannte sich die Kampagne, die inzwischen gestoppt wurde: Denn etliche erboste Forscherinnen hatten dem Unternehmen Sexismus vorgeworfen, wie der "Guardian" meldet.

Mittlerweile hat sich IBM entschuldigt und das umstrittene Kampagnen-Video zurückgezogen. Auf Youtube ist der Fauxpas trotzdem noch zu finden.

Auch im Netz ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten:


8 Kommentare

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Anonymous User 13. Dezember 2015

Dazu bitte auch gerne kurz meine Grafische Kolumne bei diekolumnisten.de anklicken:
http://diekolumnisten.de/2015/12/12/einfach-sprachlos-016_2015-ibmaennerverein/

Danke ;)

Anonymous User 9. Dezember 2015

wer hat sich die kampagne denn ausgedacht? waren das männer, frauen, ein gemischtes team? und wer hat die letztentscheidung getroffen? ich hab da so eine vermutung...

Anonymous User 9. Dezember 2015

Sexismus sieht anders aus. Diese Aufregung wegen einem Föhn ist nichts weiter als heiße Luft. Ein Mann würde sich auch nicht auf den Schlips getreten fühlen, wenn ihm ein Klischee-Hammer vor die Nase gehalten würde. Nicht mal bei einem Kondom würde er reagieren. Und über einen Föhn würde er herzhaft lachen. Vielleicht liegt es ja auch daran: Der Humor ist männlich. Die Aufregung ist weiblich.

Anonymous User 9. Dezember 2015

Da haben sich wohl mal wieder wenige Hyperempfindliche für den Rest ihres Geschlechts stark gemacht, obwohl der mit dieser Kampagne gar keine Probleme hätte. Ich habe schon bei mancher Kapagne gedacht, dass sie vielleicht zu sexistisch ist, und war dann sehr erstaunt, dass Kolleginnen das viel entspannter gesehen haben. Die hätten vielleicht noch nicht mal mit der Wimper gezuckt, wenn das Motto "Hack a d!ldo" gewesen wäre.
"Hack a hairdryer" ist dagegen ja höchst integer auch noch sehr kreativ mit diesem Alltagsgegenstand umgegangen.
Am besten wäre es wohl, solche Stimmungsmache nicht auch noch mit journalistischer Berichterstattung zu belohnen.

Anonymous User 9. Dezember 2015

Lächerlich. Trotzdem: Die Verantwortlichen hätten es wissen müssen. Einen Alltagsgegenstand Männern oder Frauen zuzuschreiben ist heutzutage eben grundsätzlich mindestens eine Microaggression.
Ich bin einigermaßen froh, dass sich dieses übertriebene PC-Geballer in Deutschland auf einige Internet-Krieger und Trolle beschränkt. In den USA scheint davon ja ein Großteil der akademischen Welt betroffen zu sein.

Anonymous User 9. Dezember 2015

Da gibt es nun einmal einen richtig guten Spot - und da kommen ein paar ...(sag ich nicht) und machen wieder alles zunichte! So etwas ärgert mich! Ich als Frau finde, dass es viel zu wenige solcher Spots gibt und es stört mich überhaupt nicht, dass das eine Frau macht.
Ach ja, Männer föhnen doch auch ihre Haare... und Frauen wollen doch emanzipiert sein, auch im Job. In welcher Zeit leben wir denn?

Anonymous User 9. Dezember 2015

die idee an sich ist eigentlich nett -
aber definitiv nicht zu ende gedacht. für nen kleinen schnellschuss nicht schlimm, für eine "kampagne" sollte/n sich der/die marketing folks etwas aus ihrem eigenen dunstkreis in die "echte umwelt" bewegen -
würde ich meinen

Anonymous User 9. Dezember 2015

Das ist ein wirklich kreativer Spot. Wieso muss denn immer alles runter gemacht werden? Sollten nicht alle mittlerweile eine gewisse Lockerheit ggü. Werbung entwickelt haben? Immer diese verkopfte Interpretation von einigen wenigen und dann gleich die Sexismus-Schiene. Es muss doch Spaß machen so einen Recruiting Spot anzusehen. Häufig ist das nicht der Fall. Das Stilmittel der Übertreibung macht das ganze überhaupt erst interessant.

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