Das Institut für Rundfunktechnik will alles Wissenswerte zum Thema auf der Messe zeigen. Seit 31. Mai 2016 können Zuschauer in manchen Regionen bereits erste Programme über das neue Antennenfernsehen mit deutlich höherer Bildqualität sehen. Am 29. März 2017 soll die Technik dann in den Ballungsräumen aktiv geschaltet werden.

Es geht auf der Messe aber längst nicht nur um die neueste TV-Technik. Im Fokus wird vom 2. bis zum 7. September auch wieder die Vernetzung der Unterhaltungs- und Hausgeräte stehen. "Es geht um sinnvollen Mehrwert und konkrete Verbesserungen", sagt Martin Börner von Samsung Deutschland. Ins Blickfeld kämen damit kleine Features mit großer Wirkung, etwa eine Waschmaschine mit zusätzlicher Klappe zum Nachlegen von Wäsche. So solle die Bedienung aller Geräte immer intuitiver werden.

Eines der großen Themen wird in diesem Jahr die virtuelle Realität. Anwendungen und neue Headsets, Brillen oder Kameras, die den Nutzer in virtuelle Welten entführen, seien "der nächste Schritt in die Zukunft", sagt Verbandssprecher Kamp. "Vor neun Jahren hat man auch dem Smartphone nicht eine solche Bedeutung zugesprochen, die es schließlich gewonnen hat." Marktbeobachter von Bitkom und Deloitte erwarten, dass der Markt für VR-Produkte bis 2020 auf 850 Millionen Euro anwachsen wird.

Auch Samsung wird seine neue VR-Brille Gear VR auf die IFA mitbringen. Bei virtueller Realität sei Deutschland Vorreiter, sagte Samsung-Manager Börner. "Deutschland ist VR-Land." Der Konzern verkaufte von der Gear VR inzwischen 200.000 Geräte, europaweit waren es 500.000 Stück. Und zur IFA will Samsung noch einen draufsetzen: mit "olfaktorischer VR 4D". "Wir zeigen mitten in Berlin auf dem Breitscheidplatz, was mit VR möglich ist", sagte Börner. Dabei soll die visuelle Darstellung virtueller Umgebungen mit Elementen wie realistischem Sound und realitätsnahen Düften erweitert werden.

Vor acht Jahren ergänzten die Veranstalter die einstige Rundfunk- und Unterhaltungselektronik-Messe mit der Präsentation von Haushaltsgeräten. Das Konzept ist nach Meinung der Veranstalter aufgegangen. Im Zeichen der Vernetzung aller Geräte erweitert sich seither das Themenspektrum auf der Messe kontinuierlich. Längst hat auch die PC-Branche die IFA für sich entdeckt.

Microsoft etwa wird in diesem Jahr den größten Messeauftritt unter dem Funkturm in der Geschichte des Unternehmens haben und vor allem sein neues Betriebssystem Windows zehn in den Mittelpunkt stellen. Auch für die PC-Hersteller läute die IFA als eine der wichtigsten Messen das Weihnachtsgeschäft ein, sagt Wilfried Thom, der bei dem taiwanesischen PC-Hersteller Acer für das Geschäft in Zentraleuropa zuständig ist.

Auch computergesteuerte Fahrzeuge dürften zu einem Thema werden: Mit Dieter Zetsche gewann die Messe einen wichtigen Vertreter der Automobilindustrie als Keynote-Sprecher: Der Daimler-Chef wird seine Vision vom Autofahren der Zukunft vorstellen, bei der das Fahrzeug zum persönlichen Assistenten des Fahrers wird.

Die IFA-Trends 2016 

  • Smart Home: Nicht nur Fernseher und Musikanlagen, sondern auch immer mehr Hausgeräte - von Leuchten bis zur Waschmaschine - bekommen einen Netzzugang. Sie werden damit zum einen über die Apps steuerbar, zum anderen versuchen Tech-Schwergewichte gerade, Plattformen zur Smarthome-Bedienung per Sprachbefehl zu etablieren.
  • Einfachere Bedienung für den Fernseher: Die Zeiten, in denen TV-Geräte einfach nur größer und dünner wurden, sind vorbei. Jetzt geht es darum, die Steuerung einfacher zu machen. Dafür dachten sich die Hersteller neue Bedienoberflächen auf dem Bildschirm aus, in denen TV-Kanäle und Online-Dienste zusammengeführt werden. Auch die traditionelle Fernbedienung wollen manche Entwickler neu erfinden.
  • Musik aus dem Netz: Vernetzte Lautsprecher verdrängen die klassischen Musik-Anlagen. Der Grund: Immer mehr Nutzer holen sich die Musik nicht mehr von CDs, sondern von Streaming-Diensten wie Spotify, Apple Music oder Napster. Das öffnete die Tür für neue Herausforderer, die klassischen Hifi-Anbietern Konkurrenz machen. Inzwischen geraten aber auch die jungen Anbieter selbst unter Druck, weil Google und Amazon vernetzte Lautsprecher zur Steuerung des vernetzten Heims etablieren wollen.
  • Virtuelle Realität: Brillen und Headsets, mit denen man in digitale Welten eintauchen kann, standen zwar vor allem auf der gerade beendeten Spielemesse Gamescom im Mittelpunkt - aber auch die IFA kommt kurz vor dem wichtigen Weinachtsgeschäft nicht ohne sie aus. Elektronik-Konzerne wie Sony, Samsung und HTC sehen in virtueller Realität einen wichtigen Baustein ihres zukünftigen Geschäfts.

(dpa/fs)


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