Berlin-Kampagne :
Image-Rap für Berlin vom selbsternannten Bürgermeister

Der "inoffizielle Bürgermeister Berlins" startet eine ebenso inoffizielle Imagekampagne für Berlin. Die Resonanz ist positiv. Und das steckt hinter der Geschichte...

Text: Brigitte Bauer

Neben der gigantischen Hitzewelle über Pfingsten, tobte in Berlin auch noch der Karneval der Kulturen. Mehrere Tage lang bot der Kreuzberger Kiez ein Feuerwerk an kulturellen Erlebnissen, Eindrücken aus aller Welt und musikalischen Highlights. Dass bei 800.000 Besuchern des Events viele auffällige Kreaturen durch Berlin ziehen, gehört einfach zu der Stadt. Einer jedoch stach aus der Menge heraus: Er nennt sich "der inoffizielle Bürgermeister Berlins". Genauer, des Stadtteils Moabit. Frank Wolf, alias der selbsternannte Bürgermeister, verteilte in einem auffälligen Kapitän-Kostüm Flyer zu Berlins inoffizieller Imagekampagne. Er schenkt Berlin eine Hymne.

Weißer Kapitän-Anzug und nichts dahinter? Weit gefehlt! Frank Wolf ist ein bekannter BMX-und Hip-Hop-Artist, der sich für den Stadtteil Moabit einsetzt. Er will gefrustete Gesichter zum Lachen bringen, den Kontakt zu den Leuten herstellen und verfolgt darüber hinaus noch weitere Ziele. Der Kapitän setzt sich für orientierungslose Jungendliche ein und versucht sie von der Playstation wegzulocken - hin zu Kommunikation und Kultur. Im Februar 2012 hat er das "Café Moabit" ins Leben gerufen. Eine Begegnungsstätte, in der sich die Leute nicht sprachlos gegenübersitzen sollen. "Das eine ist, was man kommentiert im Internet, das andere ist das, was man anpackt", so Wolf in einem Video-Beitrag. Er will motivieren und den kreativen Geist der jungen Leute anregen. Das Café ist gleichzeitig eine Bühne, auf der Newcomer aus den Bereichen Artistik, Comedy, Musik und Zauberei auftreten. Einmal im Monat findet eine Veranstaltung statt.

Mit der inoffiziellen Image-Kampagne für Berlin setzt Frank Wolf ein weiteres Zeichen. Film ab:

Diesmal tritt er offiziell als BMX- und Hip-Hop-Star ohne Verkleidung auf und besingt seine Stadt. Darin spricht er nicht nur die Brennpunkte Berlins an - die Jugend, die ohne Perspektive ist und schon morgens Alkohol trinkt und zum Teil wenig Bildung hat sowie die Armut: "Hier lebt man auf Harz IV, doch macht trotzdem das Beste draus", lautet eine Zeile aus dem Song. Zudem spielt Wolf mit Stereotypen, die Berlin zu dem machen, was die Stadt ist: Proll-Autos, die sich eigentlich keiner leisten kann, Grillen und Chillen im Park, Party-Leben, bis es hell wird. Wenn Wolf rappt: "Jeder stolz auf Berlin, jeder stolz auf sein' Kiez." dann meint er das auch so. Und will die Leute dazu bewegen, wieder stolz auf ihre Stadt zu sein. Das Lied ist eine launige Sommer-Musik, die ins Ohr geht und Viral-Potenzial hat. Und dazu beiträgt, dass Berlin ein positives Image erhält oder behält - je nachdem wie man es sieht. Der Song hat innerhalb von wenigen Tagen immerhin schon 1500 Abrufe auf Youtube und 2000 Fans auf Facebook. Welche weiteren Pläne Frank Wolf mit seiner Image-Hymne hat, war bisher noch nicht von dem Künstler zu erfahren...