Contentstrategie :
Imagekampagne ade: So treibt S.Oliver das Contentmarketing voran

Neuer Chef, neue Strategie: S.Oliver setzt auf mehr inhouse produzierten Content und streicht die halbjährliche Imagekampagne.

Text: Judith Pfannenmüller

Im Januar hat Ex-Tommy Hilfiger-Manager Gernot Lenz seinen Job als CEO bei der Rottendorfer Mainstream-Modemarke S.Oliver angetreten. Von ihm erhofft sich der Gründer Bernd Freier mehr Schliff bei der Digitalisierung und der Markenbildung.

Doch schon bevor Lenz' Handschrift sichtbar wird, steuert das Modeunternehmen seine Kommunikation im Frühjahr mit einer mobile-first-lastigen Content-Strategie einen Schritt weiter Richtung Digitalisierung: Es geht weg von der halbjährlichen Imagekampagne hin zu kontinuierlich aktualisiertem Content mit vielen kleinteiligen Elementen. "Halbjährliche Imagekampagnen sind nicht mehr zeitgemäß und passen nicht zu unseren monatlich wechselnden Themen und Kollektionen", sagt Marketing Director Sandro Schramm

Für jede Linie (S.Oliver Red, S.Oliver Black Label, S.Oliver Junior) werden monatlich zahlreiche neue Content-Themenhäppchen produziert. Den Auftakt für die Hauptmarke macht im Februar das Thema "Denim Flowers" mit über 290 Motiven und Mode-Clips, die über alle Kanäle gestreut werden - Social Media, Webseite, E-Shop, aber auch in Print und am Point of Sale. Im März folgt die Trenchcoat-Promotion "Classic meets Color".

Model Karolina Kurkova ist erneut das Gesicht für die etwas hochwertigere Black Label-Linie. Alle Maßnahmen entstehen Inhouse, in der Mediaplanung arbeitet S.Oliver mit der Group M-Agentur Wavemaker zusammen.

Der stärkere Fokus auf mobilen Content heißt jedoch nicht das völlige Aus für die klassischen Kanäle: "Auch wenn Online und Social Media in der Mediaplanung eine immer wichtigere Rolle spielen,setzen wir auch weiterhin auf Printanzeigen, sowie punktuell Out of Home und TV-Spots",  sagt eine Sprecher

In Sachen Brand Building und Markensteuerung gibt es allerdings noch ziemlich Luft nach oben. Wie der neue Chef Gernot Lenz sich eine klare konsistente, kanalübergreifende Markenstrategie vorstellt wird die Branche wohl noch dieses Jahr besichtigen können.

Inzwischen gibt es eine weitere neue Personalie: Zum 1. März holt CEO Lenz die Vice President Design von Hudson, Los Angeles - Kristina Szasz - in die Position des Chief Product Officer für alle Labels zu S.Oliver. Szaz, die ähnliche Positionen auch bei Tommy Hilfiger und Karl Lagerfeld innehatte, wird in ihrer Rolle maßgeblichen Einfluss auf die Markenstrategie haben. Szazs folgt auf Susanne Schwenger, die das Unternehmen im April verlässt.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.