Airlines :
Imagewandel: Airberlin macht auf hip

In der Hauptstadt zeigt die Marke Airberlin mit dem Auftritt #notestablishedsince1978, wie die Werbung der Fluglinie zukünftig aussehen soll: nicht mehr ganz so brav.

Text: W&V Redaktion

29. Jul. 2015 - 28 Kommentare

Die Stadt Berlin pflegt ihr Image als weltoffene, lässige Metropole und Hipster-Haupstadt. Die einheimische Marke Airberlin hätte wohl gern auch ein bisschen von diesem hippen Flair. Zumindest wirken ein Plakat sowie der begleitende Online-Spot der Fluggesellschaft so. Model und Schmuckdesignerin Martine Lindskjold dient hier als wandelndes Berlinerinnen-Klischee. Auf Riesenpostern in den Stadtteilen Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln ist die tätowierte Frau zu sehen (Agentur: Track; Fotografin: Alexandra Kinga Fekete).

Airberlin-CEO Stefan Pichler bezeichnet seine seit 1978 bestehende Marke übrigens als "emotional, progressiv und edgy". Deshalb folgt die Berlin-Kampagne #notestablishedsince1978 dem Leitgedanken "Be confident. Be different. Be surprising.". Als offizieller Claim ist bisher der Spruch "Your Airline" im Einsatz.

Laut einer Sprecherin könnten die Plakate bald in weiteren Städten hängen, sollte die lässige Lindskjold beim Berliner Publikum gut ankommen. Das Motiv sei ein erstes Beispiel dafür, dass der Außenauftritt von Airberlin jetzt "kecker und frecher" werde. Bisher hatte sich das Unternehmen in der Werbung oft auf die Geschäftsklientel konzentriert.

Airberlin hat sich übrigens bei der Wortwahl etwas inspirieren lassen: Von 2002 bis 2013 hat der - unangepasste - Hamburger Fußballverein FC St. Pauli den Claim "Not established since 1910", beziehungsweise später "Non established since 1910", gepflegt (Idee: FC St. Pauli Vermarktungs Gmbh/Deepblue Sports). 

Airberlin-Chef Pichler hatte zur Internationalen Berliner Tourismusbörse bereits angekündigt, dass die Fluglinie an ihrem Image arbeiten muss. Der ehemalige Lufthansa-Manager erstellt einen Sanierungsplan für die Airline. Im September will er weitere Details zum Umbau öffentlich machen.

So sehen bisher die Image-Filme der Marke aus:


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W&V Redaktion
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28 Kommentare

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Anonymous User 31. Juli 2015

Es wäre so einfach....man könnte sich ein Beispiel an der FLY NIKI nehmen! FLY NIKI ist schon von Beginn an jung dynamisch. Einfach mal intern im Marketing umschauen, da könnte Air Berlin viel lernen.

Anonymous User 30. Juli 2015

im marketing von air berlin waren sie schon immer zu blöd zum geradeauslaufen...

Anonymous User 30. Juli 2015

Einfach mal den St. Pauli Claim mit einer neuen Jahreszahl versehen, Respekt! Riesen Kampagne, das! Passt gut zu den Internas die über die Schulung der Mitarbeiter bekannt wurden. Quasi gewollte Inkompetenz Teil 2.

Anonymous User 30. Juli 2015

"Not established" ist strategisch so ziemlich das dümmste, was man als Fluglinie aussagen kann.

Da kann man nur hoffen, dass Kapitäne und Bodenpersonal nicht so unfähig sind, wie die Marketingabteilung.

Anonymous User 30. Juli 2015

So dämlich und hohl diese Werbung auch ist - an dein Kommentar kommt sie nicht ran.

Das Gehirn wohl selbst zusammen mit der Platinum nach dem Koksen auf der Bordtoilette vergessen... (um es mal mit deinen eigenen Worten auszudrücken)

Anonymous User 29. Juli 2015

Wo ist die Story? Was soll das dem potentiellen Fluggast sagen? Wer hat das gebrieft?
Und dann auch noch langweiligst ausgestattet und umgesetzt. Würde gerne mal die Grundidee sehen ... Mehr als ein gelangweiltes Gähnen ist nicht drin.

Anonymous User 29. Juli 2015

AirBerlin bringt Menschen im Flugzeug von A nach B. Was daran "emotional, progressiv und edgy" sein soll - auch als mögliche Steigerung zu anderen Anbietern - ist mir nicht klar. Meiner Meinung nach spiegelt das eine vollkommen falsche Ausgangssicht auf die Markenwerte wider, was sich auf die Kampagne auswirkt: absolut austauschbar, null Aussage.

Anonymous User 29. Juli 2015

Die volltätowierte Alte soll mir mal auf keinen Fall mein Gourmet-Menü an Bord servieren, sonst drücke ich ihr mal was ganz anderes in den Schokoladen-Mund. Aber falls sie sich ihr Kokain auf der Bordtoilette zubereiten möchte, kann ich ihr gerne mal meine topbonus Platinum ausleihen.

Ansonsten hoffe ich, dass Air Berlin nicht abstürzt. Zumindest aus der Luft, von den Aktien sollte sich inzwischen ja jeder schon befreit haben. Gute Nacht.

Anonymous User 29. Juli 2015

"Und meine Fluggesellschaft wähle ich immer noch nach Seriosität, Sicherheit und Professionalität aus."

Und die normalsterblichen unter uns wählen nach Preis.

Anonymous User 29. Juli 2015

Ich würde es ihnen sogar fast abkaufen, der Hipster der Lüfte zu werden. Wäre da nur nicht dieses unsäglich traditionelle Lindt-Schokoherz, das danach ruft, von einem ländlich-bodenständigen Mädel verspeist zu werden. Stattdessen beißt unsere ultra-urbane Vermutlich-Veganer-Hipster-Tätowierer-Schmuckdesignerin hinein. Das verursacht absolute Verwirrung bei mir.

Anonymous User 29. Juli 2015

Gute Idee, das Image zu verbessern, aber wann wollen die damit anfangen? Peinlich.

Anonymous User 29. Juli 2015

@Frederik

Über Markenpassung und Kreativleistung der Agentur diskutieren ist das eine. Die Wirkung beim "Konsumenten" das andere. Ich habe mich eher auf das letztere konzentriert.

#antischnoeselairline

Anonymous User 29. Juli 2015

@Peter Sag An
Da wuv.de nun mal eine Seite für die Werbewelt, ist es nur richtig, dass Arbeiten hier auf so etwas wie Marken-Passung und strategische Ausrichtung hin hinterfragt werden. Und wenn Claims 1:1 geklaut werden, ist das nun mal eine unprofessionell und peinlich – auch wenn das dem Otto-Normalverbraucher egal ist.
Und "Hauptsache Aufmerksamkeit" kann ja wohl nicht der Anspruch der zweitgrößten deutschen Airline sein.

Anonymous User 29. Juli 2015

Lieber Guidos,

Wenn ein "Konsument" solche Vorurteile hat, nämlich dass jemand mit Tattoos weniger fähig ist ein Flugzeug sicher durch die Lüfte zu bewegen, der hat generell ein Problem. Ein Zusammenhang zwischen tätowierten Piloten/Stewardessen und Flugunglücken gibt es einfach nicht.

Bei der inkonsistenten Markenaussage mögen sie recht haben. Vielleicht ist es aber auch gerade der Bruch, der Airberlin Aufmerksamkeit verschafft.

Anonymous User 29. Juli 2015

Och nö!

Anonymous User 29. Juli 2015

@Peter Sag An

Der große Unterschied zu Sanifair:

Sanifair sagt auf übertriebene Art, dass es bei ihnen sauber und komfortabel ist.
Das wirkt lächerlich, allerdings bleibt die Grundaussage markenkonform.

AirBerlin sagt auf einmal Sie sind die Hipster der Lüfte ...
Und natürlich mache ich mir als Konsument Gedanken ob ich so jemandem mein Leben anvertraue.

Würde diese Tattoo-Frau für Sanifair werben, würde ich ja auch sofort an die Junkie-Toilette denken.
Bei AirBerlin denke ich bei dieser Frau an "ist mir scheiß egal" Mentalität und das passt bei einer Airline halt überhaupt nicht.

Anonymous User 29. Juli 2015

...und im Cockpit hockt ein Möter - halb Mensch, halb Köter!

Anonymous User 29. Juli 2015

Aufmerksamkeit ist garantiert. Und wenn man nicht gerade kleine Robbenbabys jagt, dann ist jede Aufmerksamkeit für eine Marke gut. Das haben die ganzen Sanifair-Kritiker auch noch nicht geschnallt.

Glaubt ihr wirklich, der normale Mensch da draußen macht sich Gedanken über so einen Unsinn wie "tätowierte Frauen dürfen aber gar keine Stewardess werden" oder "oh nein das ist ja de gleiche Aussage wie bei Pauli - das geht mir zu weit". Nie und nimmer. Im Zweifel schmunzelt man darüber und steigt trotzdem in den Flieger wenn der Preis passt. Genauso wie alle weiterhin bei Sanifair ihr Geschäft verrichten werden.

Wacht mal auf in eurer Werbewelt!

Anonymous User 29. Juli 2015

Auch deswegen total unauthentisch, weil das Mädel aus der Kampagne niemals einen Job als Stewardess bekommen würde. Auch nicht bei Air Berlin.
Sichtbare Tattoos und Piercings sind tabu!

Anonymous User 29. Juli 2015

...und die Fortführung ist dann: Mann mit Hippster-Bart in einer Denim, grinsend mit Schokoherz und Pilotenmütze? Unglaubwürdiger Hilferuf. Tut mir leid.

Anonymous User 29. Juli 2015

Heißt es bei Pauli nicht "non established since"? Ergibt auch irgendwie mehr Sinn als dieses "Not established", oder lässt mich hier mein Denglish im Stich?

Anonymous User 29. Juli 2015

Als wäre das nicht schon alles schlimm genug. Aber das Motto des Nachbarn FC St. Pauli zu klauen, ist schon dreist.

Anonymous User 29. Juli 2015

1. Der Claim gehört sein Jahren dem FC St. Pauli.
2. Weniger Botschaft kann Werbung nicht haben.
3. Warum nimmt man eine unbekannte Schmuckdesignerin als Testimonial für eine Fluggesellschaft?

Traurig. Gute Airline mit irrlichterndem Marketing.

Anonymous User 29. Juli 2015

Passt doch prima für eine Airline aus einer Stadt voller Schluffis, die nichts auf die Reihe kriegt. Sogar den Claim müssen sie von einem Hamburger Fussballverein klauen.

Anonymous User 29. Juli 2015

Was soll denn der Blödsinn? Eine gehackte Braut, die nen Schokoherz futtert, ist so ziemlich das allerletzte, was die Airline braucht. Die Aussage des Spots tendiert gegen null, der Mehrwert für das Unternehmen ebenso. AirBerlin sollte endlich mal anfangen, die Marketinghausaufgaben zu machen statt einen Imnagewandel auf diese Art anzugehen. Bruchlandung.

Anonymous User 29. Juli 2015

Irgendwas.

Anonymous User 29. Juli 2015

Wirkt etwas verzweifelt, sich jetzt damit irgendwie vom Rest zu differenzieren.
Und meine Fluggesellschaft wähle ich immer noch nach Seriosität, Sicherheit und Professionalität aus.
Da möchte ich keine tätowierten Berlin-Hipster oder eine Fluggesellschaft, die besonders edgy ist!.

Vielleicht bin ich da aber auch zu konservativ in meiner Denke!
Mir gibt die alte Kampagne ein besseres Gefühl, auch wenn diese vollständig austauschbar mit jeder anderen Airline ist.

Anonymous User 29. Juli 2015

Von einer Airline erwarte ich als Gast/Reisender allerdings eher zweiteren Film.
Wer möchte denn bitte eine Tattoo-Stewardess in Unterhemd und Shorts?
Muss man sich heute immer anbiedern um modern zu wirken?
Was heißt "not established" im Bezug auf Flugverkehr?
Rebell? Pfeif auf die Regeln?
Sage ich mir dann ... geil ... die pfeifen auf Konventionen - da flieg ich mit?
Sicherheit adé ... Risiko zählt.

Vollkommener Schwachsinn.

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