Wettanbieter :
In Deutschland steigt das Wettfieber

2018 wachsen die Einsätze bei Sportwetten hierzulande auf einen neuen Rekordwert - auch dank Großereignissen wie der Fußball-WM.

Text: Manuela Pauker

Sportwetten gewinnen neue Fans - Fußball hilft dabei kräftig mit
Sportwetten gewinnen neue Fans - Fußball hilft dabei kräftig mit

Wer auf die deutsche Fußball-Elf im WM-Endspiel Geld gesetzt hat, geht leider leer aus. Der Freude am Wetten hat der Vorrundenausstieg von Jogis Jungs trotzdem keinen Dämpfer verpasst: Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Goldmedia werden bei den Sportwetten hierzulande die Einsätze bis zum Jahresende auf rund 8,8 Milliarden Euro steigen – ein neuer Spitzenwert. Mindestens 700 Millionen Euro davon machen allein die Wetteinsätze rund um die 64 Fußball-WM-Spiele aus. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden laut Goldmedias "German Gambling Market Monitor"  noch 7,5 Milliarden Euro verzockt.

Es sind aber nicht nur sportliche Großereignisse wie die WM, die die Wettfreude befeuern. Von 2015 bis 2017 stiegen die Wetteinsätze in Deutschland kontinuierlich; unter dem Strich verbucht die Branche ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 25 Prozent. Dazu trägt auch die wachsende Präsenz der Anbieter im Markt bei. So haben inzwischen alle Fußballvereine der 1. Bundesliga mittlerweile einen Wettanbieter als Sponsoring-Partner; auch TV-Werbung nimmt zu.

Kommerzielle Wettanbieter dominieren den Markt.

Kommerzielle Wettanbieter dominieren den Markt.

Ein weiterer wichtiger Wachstumstreiber ist Mobile Gaming. Rund 30 Prozent der Erträge werden inzwischen auf diesem Weg generiert; die führenden Anbieter erwirtschaften sogar bereits die Hälfte der Umsätze über ihre mobilen Angebote. Die Konsequenz: Die klassische Website wird künftig noch weiter an Relevanz für die Zocker verlieren.

In diesem Boom gibt es jedoch auch Verlierer. Das klassische (staatliche) Toto- und Lotto-Geschäft geht zurück. Bezogen auf die Wetteinsätze erzielten die Annahmestellen im Jahr 2017 damit laut der Goldmedia-Studie nur 2,6 Prozent Marktanteil. Das größte Stück am Kuchen verleibten sich unangefochten die kommerziellen Anbieter mit einem Anteil von 95,3 Prozent des Wettvolumens ein. Der Klassiker Pferdewetten spielt übrigens hierzulande so gut wie keine Rolle: Nur 2,0 Prozent der Wetteinsätze entfallen auf sie.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde