ING-Diba stoppt den Wurstkrieg

Mit einem höflichen, aber bestimmten Post beendet die Direktbank die seit zwei Wochen tobende Diskussions-Schlacht zwischen Veganern und Fleischliebhabern auf ihrer Facebook-Seite. Ein Lehrstück in Social Media.

Text: Frauke Schobelt

- 2 Kommentare

Höflich, aber bestimmt, hat sich die Direktbank ING-Diba am Dienstag Nachmittag ihre Facebook-Seite zurückgeholt. Seit Anfang Januar befand sie sich sozusagen in den Händen von Veganern, Vegetariern und Fleischfans, die sich dort eine wilde Diskussion über das Für und Wider des Fleischverzehrs lieferten. Auslöser war der neue Werbespot mit Dirk Nowitzki, in dem er in einer Metzgerei eine Wurstscheibe verspeist.

Die Bank hat die Diskussion zugelassen und verfolgt, sich aber weitgehend rausgehalten. "Wir wollen nichts zensieren", erklärte ING-Diba-Sprecher André Kauselmann im Interview mit W&V Online. Social-Media-Experte Klaus Eck hatte dagegen vor zuviel Zurückhaltung gewarnt und eine stärkere Präsenz empfohlen.

Nach über 1.400 Posts mit rund 15.000 Kommentaren ist jetzt aber Schluss mit dem Wurstkrieg. Bei der Diskussion über die Themen Ernährung und vegane Lebensweise "wurden wohl alle denkbaren Meinungen und Argumente ausgetauscht", schreibt die Bank im Post. "Um den Anliegen unserer Kunden und Interessenten wieder mehr Raum zu geben, werden wir nun neue Posts zu den genannten Themen von der Pinnwand entfernen." Die bisherigen Posts sollen jedoch bleiben und können auch weiterhin kommentiert werden.

Offenbar hat die Bank damit den richtigen Ton gefunden. Mehr als 350 Likes gab es nach kurzer Zeit. In vielen Kommentaren wird das Vorgehen von ING-Diba gelobt, einige bedanken sich für den Raum, den die Bank der Diskussion eingeräumt hat: "Guter, dezenter Umgang mit Social Media, da können einige Unternehmen noch etwas lernen. Der Umgang mit 'Shitstorm' oder wie ich lernte 'Social Media' zu lieben", schreibt ein User.

Neben zahlreichen neuen Facebook-Fans dürfte die Bank auch Sympathiewerte gewonnen haben. Etliche Kunden stellten sich vor ihre Bank und posteten ihre Unterstützung. Der Spot wurde auf Youtube rund 65.000 Mal geklickt.

Der Auslöser für den Wurstkrieg:


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



2 Kommentare

Kommentieren

Anonymous User 28. November 2012

Hallo,
den Fall der ING-DiBa habe ich in meinem Beitrag zu Auslösern von Shitstorms auch aufgenommen. Ich veröffentliche gerade eine Beitragsserie zum Thema Shitstorms auf unserem Blog, die die Erkenntnisse meiner Diplomarbeit zusammenfasst.
Über Ihre Kommentare würde ich mich freuen! http://bit.ly/shitstorm_ursachen
Viele Grüße aus Münster, Tim Ebner

Anonymous User 28. November 2012

Hallo,
den Fall der ING-DiBa habe ich in meinem Beitrag zu Auslösern von Shitstorms auch aufgenommen. Ich veröffentliche gerade eine Beitragsserie zum Thema Shitstorms auf unserem Blog, die die Erkenntnisse meiner Diplomarbeit zusammenfasst.
Über Ihre Kommentare würde ich mich freuen! http://bit.ly/shitstorm_ursachen
Viele Grüße aus Münster, Tim Ebner

Diskutieren Sie mit