Influencer-Marketing :
"Instagram ist irgendwann nicht mehr Zeitgeist"

Die Bloggerin Farina Opoku hat ihr eigenes Modelabel gestartet. Ein Schritt, der sie aus den Zwängen der Social-Media-Algorithmen heraus führen soll.

Text: Manuela Pauker

Farina Opoku will mit dem eigenen Label selbstbestimmt sein.
Farina Opoku will mit dem eigenen Label selbstbestimmt sein.

Vom Gesicht für "fremde" Marken zur eigenen Marke – die Kölner Bloggerin Farina Opoku hat diesen Schritt Mitte August mit ihrem eigenen Modelabel gewagt. Für sie eine logische Weiterentwicklung – und zugleich ein Weg, der aus der Fremdbestimmtheit des Influencer-Daseins führen soll: Sie will ihre Kanäle künftig selbst aussteuern.

Der Start ihres Labels "Farina Opoku" - ein reines Familienunternehmen - war ein schon länger geplanter Schritt, erzählt die Kölnerin im Interview mit W&V: "Wir haben seit dem ersten Tag viel Wert auf eine authentische und kluge Auswahl unserer Kooperationspartner gelegt und uns nicht an den Höchstbietenden 'verkauft‘". Das diene bereits seit Jahren den eigenen Markenwerten von Novalanalove – "und jetzt auch Farina Opoku." Neben Opoku gehören ihre Schwester Saskia und Ann-Katrin Schmitz, die auch Mitgründerin von Novalanalove ist, zum Team. Als CMO ist Konstantin Mappes mit dabei.

130.000 Nutzer in den ersten beiden Wochen

Das Geschäft läuft bisher gut an: In der Zeit vom 15. August – dem Tag des Launches – bis zum 27. August wurden nach Angaben von Opoku rund 130.000 Nutzer auf der Website des Shops gezählt. Zu den Verkaufszahlen will sich das Team nicht äußern – verrät aber, es gebe "eine erfreuliche Conversionsrate". Die Modeplattform About You ist als exklusiver Online-Partner dabei: Die Otto-Tochter platzierte im Vorfeld eine Order und nahm einen Anteil an den produzierten Kleidern und Schuhen ab.

Auf Dauer könnte es für die Kollektion zusätzlich zum Online-Vertrieb noch andere Varianten geben, so Farina Opoku: "Pop-up-Stores sind definitiv in Planung – mal sehen, wie das Ganze so ankommt. Vielleicht gibt es auch irgendwann einmal einen festen Store."

Bei den Planungen der Influencerin spielt natürlich auch ihr Instagram-Account eine zentrale Rolle. Noch: "Ich glaube, dass es irgendwann neue Ansätze der Vermarktung geben wird und auch Instagram irgendwann nicht mehr Zeitgeist ist."

Nur Werbefläche sein ist zu wenig

Um so wichtiger sei es, mehr zu sein als nur ein "Werbeträger". Opoku: "Wer keine Persönlichkeit zeigt und nur eine inspirierende Werbefläche ist, wird meiner Meinung nach irgendwann irrelevant. Es gibt immer jemanden, der schöner, schlanker oder was auch immer ist. Deine Persönlichkeit ist das, was dich unverwechselbar macht und nicht kopierbar ist."

Mehr zu den Plänen von Farina Opoku und wie sie die Weiterentwicklung der Influencer-Branche einschätzt gibt es in der aktuellen W&V 36/18.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde