Man muss aus Sicht des IW-Experten davon ausgehen, dass Trump das durchaus ernst meine, was er gesagt habe: "Das heißt, dass er den Worten Taten Folgen lassen wird, um einfach Signalpolitik zu betreiben." Auf der anderen Seite gelte, dass das, was die deutsche Industrie im Maschinen- und Anlagenbau zu bieten habe, in den USA alternativ nicht mehr vorhanden sei: "Insofern ist es nicht so, dass man amerikanische Arbeitsplätze sichern kann, wenn man deutsche Produkte draußen lässt."

Zur Entwicklung in China sagte Hüther, man habe sich daran gewöhnt, dass dort nicht mehr zweistellige Wachstumsraten zu erwarten seien, sondern ein Plus von fünf bis sechs Prozent. "Die deutsche Wirtschaft wird dort weiter gute Geschäfte machen, aber auch hier ist ein bisschen Obacht angebracht", sagte Hüther: "Das Exportieren nach China, aber auch das Investieren in China funktioniert nicht mehr so selbstverständlich. Denn das Wirtschaftsmodell steht ja ein bisschen auf dem Prüfstand."

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte es den Angaben zufolge insgesamt nur geringe Veränderungen geben: 20 Verbände rechneten für 2017 mit einer gleichbleibenden Beschäftigung, 15 erwarteten einen Personalzuwachs, zwölf einen Stellenabbau. Neben baunahen Branchen wollten viele Dienstleister Mitarbeiter einstellen. Dagegen werde unter anderem die Finanz- und Versicherungswirtschaft weitere Stellen streichen.

Trotz der allgemeinen Verunsicherung gehen dem IW zufolge immerhin 18 der 48 Verbände davon aus, dass die Unternehmen ihrer Branche im kommenden Jahr mehr investieren als 2016 - vor allem der Dienstleistungssektor. Die Digitalisierung werde in vielen Branchen immer bedeutsamer. Das treibe die Unternehmen zum Investieren an. Lediglich die Chemieindustrie, der Luft- und Raumfahrzeugbau sowie die Kunststoffverarbeitung werden dem IW zufolge ihre Investitionen wohl zurückfahren. (dpa)


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W&V Redaktion
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