Jamie Oliver und sein jüngstes Werk.

Jamie Oliver und sein jüngstes Werk.

"Ich habe das Buch im Grunde für meinen Dad geschrieben", erzählt der Familienmensch und fünffache Vater. "Der durchschnittliche britische Dad und der durchschnittliche deutsche Papa sind sich ähnlicher, als wir manchmal wahrhaben wollen. Die Vorstellung, auf Fleisch zu verzichten, löst bei ihnen erstmal empörte Reaktionen aus. Und ich verstehe das, denn auch ich liebe Steak, auch ich liebe Wurst."

Gerade seine Fans wissen, dass vegetarische Gerichte bisher nicht unbedingt Jamies große Stärke gewesen sind. Mitunter schnippelte er in Mahlzeiten, die ohne weiteres fleischlos hätten bleiben können, noch schnell ein bisschen Speck mit hinein oder schüttete etwas Hühnerbrühe dazu - das gebe einfach mehr Geschmack, war die Standard-Erklärung.

Doch jetzt hat der überzeugte Fleischfresser in dieser Hinsicht einen Sprung gemacht. "Veggie" ist keines jener Kochbücher, in denen Fleisch durch Soja, Bohnen, Tofu oder Quorn ersetzt wird. Stattdessen ist er herumgereist und hat sich in Kulturen umgesehen, die auf eine viel längere und reichere Erfahrung mit fleischloser Küche zurückblicken. Aus Indien mitgebracht hat er zum Beispiel eine Art Brötchen mit knusprig gebratenen Süßkartoffeln, allerlei Gewürzen, einer Minz-Joghurtsauce und Mango-Chutney. Das sind schon Sachen, die man so noch nicht gesehen hat.

Seit einigen Tagen versucht Jamie Oliver, seine Instagram-Follower auf den Geschmack zu bringen:

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Einen neuen Bucherfolg könnte er jetzt gut gebrauchen, denn 2019 ist bisher ein Unglücksjahr für ihn gewesen. Im Mai musste seine britische Restaurantkette Insolvenz anmelden. Im Schaufenster seiner Londoner Restaurants hängen zur Zeit zwar noch die Speisekarten aus, doch daneben prangt eine knappe Mitteilung des Insolvenzverwalters.

"Ich bin nicht bankrott", betont er. Die anderen Teile seines Food-Imperiums sind von der Insolvenz nicht betroffen. Die Schließung seiner britischen Restaurants habe ihn allerdings auch emotional sehr mitgenommen.

"Ich habe wirklich alles versucht, um sie zu retten", beteuert der Food-Fanatiker, der selbst in einem englischen Gastro-Pub aufgewachsen ist. "Aber das derzeitige wirtschaftliche Klima hier ist eben alles andere als gut. Hohe Kosten und Mieten, gesunkenes Verbrauchervertrauen, nicht zuletzt durch den Brexit. Und dann die Digitalisierung des Essens, das Bestellen per Knopfdruck. Alles keine guten Voraussetzungen. Vielleicht hatten wir auch einfach zu viele Restaurants mit zu wenig Kunden." Und bei der Qualität der Zutaten habe er keine Kompromisse mahen können, weil das seine Glaubwürdigkeit zerstört hätte. Am Ende habe er das Schiff nicht durch den Sturm bringen können.

Jetzt will er wieder nach vorn schauen. Wird sein nächstes Buch vegan sein? Die Antwort kommt ziemlich schnell: "Das glaube ich nicht." Er sei und bleibe nun mal Fleischesser. "Ich könnte vielleicht zwei Wochen vegan sein, aber dann würde ich über eine Wurst herfallen." Er lacht. Dann setzt er schnell noch dazu: "Eine Wurst aus Biofleisch wohlgemerkt."

am/dpa


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W&V Redaktion
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