Wahlkampf :
"Juhu, ein neues Meme": Netz lacht über #Merkelraute

Die CDU setzt in der Schlussphase des Bundestagswahlkampfes auf interaktive Großplakate. Das Riesenplakat am Washington-Platz in Berlin sorgt jedoch für mehr Interaktion, als die Partei wohl wollte: Die Pose #Merkelraute wird im Netz eifrig veräppelt.

Text: Frauke Schobelt

Die CDU setzt in der Schlussphase des Bundestagswahlkampfes auf Großplakate der interaktiven Art. Sie zeigen Kanzlerin Angela Merkel - und können "sprechen". Allerdings nur, wenn der Betrachter ein Smartphone besitzt, auf das er die Merkel-App heruntergeladen hat. Eingeschaltet und aufs Plakat gerichtet, sieht man auf dem kleinen Bildschirm, wie Merkel um Stimmen für ihre Partei wirbt. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe stellte die neue Plakat-Aktion am Donnerstag in Berlin vor.

Für mehr Interaktion als von der Partei wohl jemals gewollt, sorgt das bisher größte Wahlplakat der CDU, das am Montag in Berlin enthüllt wurde. Es zeigt die typische Hände-Pose von Angela Merkel - gebaut aus tausenden Fotos von Unterstützern. Während die Opposition über einen "Personenkult" schimpft, ist die "Merkelraute" eine Steilvorlage für Verulkungen im Netz: Auf die Merkel-Hände bauen Spaßvögel die Oberkörper von Figuren aus Fernsehserien, Kinofilmen und auch der realen Welt. Zu sehen etwa im rasant wachsenden Tumblr-Blog http://merkelraute.tumblr.com. und auf Twitter unter #merkelraute. So gibt es schon Bildmontagen mit dem Simpson-Fiesling Burns, der Borg-Königin, Gollum, Darth Vader, aber auch Margret Thatcher und Mao - und offenbar für Liebhaber der großen Koalition, mit Peer Steinbrück. Der "Tagesspiegel" hat seine Leser aufgerufen, weitere Motive zu schicken.

Auch Ministerpräsidenten-Anwärter Christian Ude lieferte mit seiner Wahlkampagne schon eine Vorlage für Neuinterpretationen im Netz. Statt "Wort" hält der SPD-Kandidat auf den Ulk-Motiven jede Menge andere Dinge in den Händen. (fs/fm/dpa)


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.