Der Übernahme war eine mehr als zweijährige Auseinandersetzung vorausgegangen. Denn die Pläne von Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub zum Verkauf der Kette an Marktführer Edeka waren auf Widerstand des Bundeskartellamts gestoßen. Und eine Ausnahmegenehmigung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für den Zusammenschluss wurde vom Düsseldorfer Oberlandesgericht auf Antrag von Edeka-Konkurrenten gestoppt. Erst mühsame Verhandlungen zwischen Edeka und Rewe unter Vermittlung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder machten den Weg frei und sicherten 15.000 Kaiser's-Tengelmann-Beschäftigten langfristige Arbeitsplatzgarantien.

Mit Kaiser's Tengelmann verschwindet ein weiterer traditionsreicher Name aus dem deutschen Einzelhandel. 2013 gingen die Baumarkt-Ketten Praktiker und Max Bahr pleite und wurden abgewickelt. Sie schlossen 2014 ihre letzten Filialen. Viele Standorte werden von neuen Betreibern unter anderen Marken fortgeführt. Im Sommer 2012 war Schluss für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker. Die noch 13.200 Mitarbeiter erhielten die Kündigung. Schon bei einer ersten Schließungswelle hatten 11.000 Beschäftigte ihren Job verloren. (dpa)


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W&V Redaktion
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