Kampf um Flaschen-Installation: SodaStream provoziert Coca-Cola

Per Anwalt hat Coca-Cola den Trinkwassersprudler SodaStream aufgefordert, eine Umweltschutz-Installation mit leeren Getränkeflaschen zu entfernen. Dem Getränkegiganten missfällt, dass in dem Käfig auch viele Coca-Cola-Marken zu sehen sind. Doch SodaStream schlägt zurück - mit 10.000 Flaschen und Social Media.

Text: Frauke Schobelt

Der Trinkwassersprudler SodaStream mit Sitz in Limburg hat sich mit dem Weltkonzern Coca-Cola angelegt. Streitpunkt sind große Käfige mit Tausenden von PET-Flaschen und Getränkedosen. Mit der Installation, die weltweit rund 30 mal errichtet wurde, will SodaStream zeigen, wie viele Flaschen und Dosen eine Familie in drei Jahren verbraucht - und sich selbst als umweltfreundliche Alternative anpreisen. Für die Kampagne erhält das Unternehmen prominente Unterstützung, unter anderem von Oscar-Gewinnerin Susan Sarandon.

In den Käfigen sind auch tausende weggeworfene Flaschen von Marktführer Coca-Cola zu sehen, was dem Getränkegiganten gar nicht schmeckt: Per Anwalt forderte der Konzern SodaStream auf, eine Installation am Flughafen in Johannesburg, Südafrika, zu entfernen. Außerdem untersagt der Getränkehersteller dem Unternehmen, Coca-Cola-Flaschen für seine Installationen zu nutzen. 

Das wertet SodaStream als "Zensurversuch" und schlägt mit rund 10.000 leeren Flaschen und Dosen zurück: Am vergangenen Woche errichtete das Unternehmen in Atlanta einen Käfig direkt gegenüber dem Coca-Cola-Museum und in der Nähe des Coke-Hauptquartiers. Außerdem gibt es jetzt eine Facebook-Seite, auf der Fans Bilder von PET-Flaschen in einen "virtuellen Käfig" werfen können. Dort ist auch auf das Schreiben von Coca-Cola verlinkt, rund 6.000 Fans gefällt der Kampf David gegen Goliath.

"Coke bringt uns nicht mit Drohbriefen zum Schweigen", sagt Daniel Birnbaum, Vorstandsvorsitzender von SodaStream. "Wenn Coca-Cola behauptet, die weggeworfenen Flaschen ihrer Marken gehören ihnen, sollen sie ihren Müll auch selbst wegräumen. Ungefähr eine Milliarde Flaschen und Dosen landen jeden Tag in Parks, Flüssen, Ozeanen und Müllkippen – allein in den USA sind es fast 400 Millionen. Unser Cage soll den Bürgern von Atlanta zeigen, was Plastikmüll anrichtet – was dem Coca-Cola-Management natürlich nicht gefällt." Auch künftig will SodaStream seine Käfig-Installationen zeigen.

Soda Stream brachte 1994 den ersten Trinkwassersprudler in Deutschland auf den Markt. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte mittlerweile in über 40 Länder, weltweit sollen rund sechs Millionen Haushalte SodaStream benutzen.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.