Karstadts bisherigen Gehversuche im E-Commerce sind gescheitert. Erst im April 2016 hatte die Warenhauskette das Sortiment im eigenen Onlineshop reduziert, einige Warengruppen rausgeschmissen – und sich so nach einigen Angaben gesundgeschrumpft. Für eine Marktplatzstrategie aber ist ein kleines Portfolio kontraproduktiv. Sie funktioniert nur mit einem möglichst breiten und gleichzeitig tiefen Sortiment. Hier muss Amazon der Maßstab sein. 

Eine teure Herausforderung

Karstadt aber hat im Gegensatz zu den direkten Konkurrenten Amazon, Otto oder auch Ebay das Problem, dass die Marke bisher nicht für Onlinehandel steht und als Warenhaus zudem einen altbackenen Ruf trägt. Die Zeit der E-Commerce-Goldgräberstimmung ist längst vorbei und die Marktanteile sind unter den großen Playern verteilt.

Im Jahr 2018 noch eine neue Online-Marke aufzubauen, die sich zudem vom Sortiment her kaum von den Konkurrenten unterscheidet, ist eine sehr große und sehr teure Herausforderung. Sie ist nur mit einer großen Marketingoffensive zu stemmen. 



Autor: Verena Gründel

ist seit 2017 bei W&V, zuerst als Redakteurin im Marketingressort, jetzt als Mitglied der Chefredaktion. Sie schreibt am liebsten über Food-, Fitness-, Kosmetik- und Digitalthemen - und über spannende Marken- und Transformationsgeschichten. Wenn daneben noch Zeit bleibt, kocht und textet sie für ihren Foodblog und treibt viel Sport. Wenn sie länger frei hat, reist sie mit dem Auto durch die Welt, am liebsten durch Lateinamerika.