Magic Candy Factory :
Katjes aus dem 3D-Drucker

Personalisierter Gummibär: Katjes will weltweit mit "erlebbaren Süßwaren" wachsen. Und präsentiert in Berlin den ersten 3D-Drucker für Fruchtgummis.

Text: Frauke Schobelt

25. Aug. 2015

Mit 3D-Druckern kann man eine ganze Menge Gegenstände selber herstellen - Lebensmittel gehörten bisher nicht dazu. Doch diese Vision wird langsam Realität. So experimentiert der Pasta-Produzent Barilla seit einiger Zeit mit einem 3D-Drucker für Nudeln, den ersten Pasta-Drucker präsentierte er auf der "Future Food Expo" in Mailand. Zu den Pionieren auf diesem Gebiet gehört auch Katjes: Der Süßwarenkonzern stellt am 28. August in Berlin den ersten 3D-Drucker für Fruchtgummis vor.

Monatelang tüftelten die Entwickler an der "Magic Candy Factory": Im Katjes-Café "Grün-Ohr" in Berlin-Mitte wird das lebensmittelzertifizierte Gerät künftig verzehrbares Fruchtgummi ausdrucken, gestaltet nach den Wünschen der Kunden.

Ob Frosch, Ampelmann, Oktopus oder Schmetterling: Zehn Formen stehen den Kunden zur Auswahl, sowie Fruchtgummi-Karten, auf die man Grüße drucken kann. Frei wählbar ist die Farb- und Geschmackskombination, auch verschiedene Verzierungen sind möglich. Alle Produkte aus der "Magic Candy Factory" sind vegan, gluten- und laktosefrei, ohne tierische Gelatine. Besonders stolz ist das Unternehmen auf die Schnelligkeit des Gerätes: Ein bis fünf Minuten dauert der Druck eines ca. 10 Gramm schweren Fruchtgummis.

Und so funktioniert die Technik: Katjes nutzt das Verfahren FDM (Fused Deposition Modeling). Dabei wird die Zutatenmischung erwärmt und anschließend mittels Düse aufgebracht. Per 3D-Modellierungssoftware wurden die Formen entwickelt, G-Codes teilen dem Drucker mit, wo er die einzelnen Schichten mit welcher Geschwindigkeit und Häufigkeit aufbringen soll. Im Labor entwickelte das Team sieben Geschmacksrichtungen in sieben Farben, die einzeln oder auch im Mix aufgetragen werden. Weitere Farben und Geschmacksrichtungen sind geplant, die auch saisonal eingesetzt werden können.

Für die Entwicklung des 3D-Drucker hat sich Katjes Anfang 2015 mit Melissa Snover zusammengetan, Unternehmerin und  Gründerin der Bio-Süßwaren-Marke "Goody Good Stuff". Gemeinsam gründeten sie die Katjes Fassin UK Ltd. mit Sitz im britischen Birmingham, die Melissa Snover als Managing Director zusammen mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Bastian Fassin leitet. Die Ziele sind hoch gesteckt, das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben "ein deutliches Wachstum im globalen Segment 'erlebbarer' Süßwaren an". 

Wie sich der Markt für 3D-Drucker entwickelt, zeigt übrigens eine neue Studie von Gartner. Derzeit wird die Technologie vor allem im medizinischen Bereich eingesetzt.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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