Lebensmittelhandel :
Kaufland greift mit neuen Tiefpreismarken an

Der Lebensmittelhändler Kaufland schärft mit zwei Strategien seine Positionierung am Markt. Doch der Konkurrenz am LEH-Markt entkommt er damit nicht. 

Text: Verena Gründel

Die Filiale am Berliner Alexanderplatz hat Kaufland erst Anfang August eröffnet.
Die Filiale am Berliner Alexanderplatz hat Kaufland erst Anfang August eröffnet.

Breiteres Sortiment und Kampfpreise: Mit diesen beiden Strategien stellt sich offenbar der Lebensmittelfilialist Kaufland neu auf. Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, verkauft das Unternehmen seit Wochen Angebote, die deutlich billiger sind als die branchenüblichen Aktionspreise. Damit setze es neue Tiefpreismarken. 

Gleichzeitig baut der Händler das Sortiment aus. Mehr als 1200 neue Produkte bewirbt er - und das, obwohl er das Sortiment erst im vergangenen Jahr stark reduziert hatte. 

Insider, auf die sich die LZ beruft, berichten, dass Kaufland in diesem Jahr noch auf die Belebung des Geschäfts warte und deshalb mit den Maßnahmen die Frequenz in den Filialen ankurbeln will. Im ersten Halbjahr 2017 habe Kaufland seinen Absatz nicht steigern können. Und das obwohl der Bereich Fast Moving Consumer Goods in dem Zeitraum um 1,7 Prozent gewachsen ist, der LEH sogar ein Umsatzplus von 2,5 Prozent erzielen konnte. Das berichtet die GfK

Kaufland manövriert sich in eine schwierige Marktposition

Mit größerem Sortiment und niedrigeren Preisen positioniert sich Kaufland noch stärker als Discount-Warenhaus. Doch damit drückt er die ohnehin schon niedrigen Margen im LEH. Außerdem setzt er sich so in direkte Konkurrenz sowohl zu den Discountern, als auch zu den Vollsortimentern und den großflächigen Warenhäusern - eine schwierige Position in einem an sich gesättigten Markt. 


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.