Ethikregeln :
"Kauft Ivankas Sachen": Trump-Beraterin Conway sorgt für neuen Eklat

Erst "alternative Fakten", nun "gratis Werbung" für Produkte der Präsidenten-Tochter. Trump-Beraterin Kellyanne Conway löst mit einem Aufruf zum Kauf der Mode von Ivanka Trump eine neue Kontroverse aus. Sie könnte damit gegen die Ethikregeln der Regierung verstoßen haben.

Text: W&V Redaktion

- 4 Kommentare

"Kauft Ivankas Sachen", forderte Kellyanne Conway die US-Bürger am Donnerstag im Sender Fox auf.
"Kauft Ivankas Sachen", forderte Kellyanne Conway die US-Bürger am Donnerstag im Sender Fox auf.

Nachdem Donald Trump die Kaufhauskette Nordstrom wegen der Streichung der Modelinie seiner Tochter aus ihrem Sortiment attackiert hat, legt nun die umstrittene Präsidentenberaterin Kellyanne Conway nach. "Kauft Ivankas Sachen", forderte sie die US-Bürger am Donnerstag im Sender Fox auf. Conway bezeichnete den Appell als "gratis Werbung", die sie für die "wundervolle Kollektion" von Trumps Tochter mache. "Geht und kauft es heute. Ihr könnt es im Internet finden." Sie selbst besitze einige Teile der Modelinie.

Mit dem Aufruf könnte Conway, die zuvor bereits mit der Verwendung des Begriffs "alternative Fakten" zur Beschreibung offensichtlich falscher Tatsachen für einen Eklat gesorgt hatte, die Ethikregeln der US-Regierung verletzt haben. "Es handelt sich um einen klaren Verstoß gegen das Verbot, das öffentliche Amt zum privaten Vorteil zu missbrauchen", sagte Don W. Fox, der ehemalige Direktor der Aufsichtsbehörde Office of Government Ethics, der "Washington Post".

In sozialen Medien versuchten Trump-Unterstützer Conweys Appell mit Hashtags wie #buyivankatrump zusätzlichen Auftrieb zu geben. Der US-Präsident hatte Nordstrom am Vortag angegriffen, weil sich die Kette entschieden hatte, Ivankas Artikel auszulisten. "Meine Tochter Ivanka wurde von Nordstrom so unfair behandelt", klagte Trump bei Twitter. "Sie ist ein so wunderbarer Mensch - sie bringt mich immer dazu, die richtigen Dinge zu tun! Schrecklich!"

Die Nachricht wurde von Trumps eigenem Twitterprofil abgesetzt, dann jedoch auch vom offiziellen Account des US-Präsidenten @POTUS (President of the United States) weiterverbreitet. Dieses Konto steht Trump erst seit Amtsantritt zur Verfügung, es war unter Vorgänger Barack Obama entstanden und ist nicht für private Zwecke gedacht.

"Dies ist ein Missbrauch des öffentlichen Amts zum privaten Vorteil", sagte Richard Painter, früherer Ethikbeauftragter in der Regierung von Präsident George W. Bush, dem "Wall Street Journal". Es sei zudem ein Machtmissbrauch, denn die Nachricht sei eindeutig - Nordstrom werde so zur "Persona non grata" der Trump-Administration erklärt.

Trumps Sprecher Sean Spicer hatte den Präsidenten später vehement verteidigt: Trump habe jedes Recht, seiner Familie beizustehen. Bei der Entscheidung Nordstroms handle es sich ganz klar um eine direkte Attacke auf die Politik des Präsidenten, insbesondere sein Dekret eines Einreisestopps für Staatsangehörige aus sieben Ländern. Spicer ignorierte damit Statements des Konzerns, der seine Entscheidung mit niedrigen Verkaufszahlen der Kollektion begründet hatte. (dpa/fs)

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2019 will Nordstrom einen riesigen Flagship-Store eröffnen - in der Trump-Stadt New York. (Foto: Nordstrom)

2019 will Nordstrom einen riesigen Flagship-Store eröffnen - in der Trump-Stadt New York. (Foto: Nordstrom)


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W&V Redaktion
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4 Kommentare

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Anonymous User 11. Februar 2017

Das in Donald Trumps Umfeld Ethik-Regeln existieren sollen, halte ich nun wirklich für alternative Fakten!

Anonymous User 10. Februar 2017

Und wat is *mit meiner Rechtschreibung nicht in Ordnung???

Anonymous User 10. Februar 2017

Sach ma Gerhard, wat is mir Dir denn nicht in Ordnung?

Anonymous User 10. Februar 2017

Also ich finde ja, dass die US-Regierung, nicht nur die Trump-Administration, sondern auch die Vorgänger, ständig Ethik-Regeln verletzen, z.B. indem sie ständig völkerrechtswidrig andere Länder überfallen und dort Menschen ermorden lassen. Beim letzten Überfall im Jemen ist u.a. ein achtjähriges Mädchen ermordet worden. Kein Thema für deutsche Qualitätsjournalisten. Man lenkt lieber mit Nebensächlichkeiten ab. Und dabei findet die WuV doch gerade "Kaufen! Kaufen! Kaufen!" sonst immer total geil, ebenso wie die Fake-News-Experten von der Bild. Trumps Mauer ist auch nicht wirklich ein Thema, erstaunlich, wenn man bedenkt was für ein Affentanz die Westpresse jahrzehntelang um die innerdeutsche Mauer, in der DDR antifaschistischer Schutzwall genannt, gemacht hat. Statttdessen macht man lieber Wind von Trumps Twitter-Firlefanz.

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