Bundesnetzagentur :
Kein Schmu mehr mit falschen Hotline-Nummern

Die Bundesnetzagentur beendet eine gängige, aber unzulässige Praxis bei Telefon-Hotlines. Sie gaukeln lokale Nähe vor, auch wenn die antwortenden Mitarbeiter weit weg in einem Callcenter sitzen.

Text: W&V Redaktion

Der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann.
Der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann.

Die Bundesnetzagentur beendet eine gängige, aber unzulässige Praxis bei Telefon-Hotlines. Sie gaukeln lokale Nähe vor, auch wenn die antwortenden Mitarbeiter weit weg in einem Callcenter sitzen. Rund 300 Telefonnummern sind von der Abschaltung betroffen, teilte die Bundesnetzagentur jetzt mit. Anlass für die Entscheidung: Ein Unternehmen für Rohr- und Kanalreinigungsarbeiten hatte die Nummern mit verschiedenen Ortsvorwahlen in Werbeanzeigen angegeben und so suggeriert, in den jeweiligen Orten ansässig zu sein. Tatsächlich wurden die Anrufe aber zur Zentrale weitergeleitet. 

"Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass eine Rufnummer im eigenen Vorwahlbereich zu einem am Ort ansässigen Unternehmen führt", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Das Unternehmen habe nicht darauf hingewiesen, dass die Anrufe weitergeschaltet wurden. Das sei irreführende Werbung. Das Verwaltungsgericht Köln hat die Anordnung laut Bundesnetzagentur in einem Eilverfahren bestätigt.

"Wenn Ortsnähe vorgetäuscht wird, geht die Bundesnetzagentur gegen solche Wettbewerbsverstöße vor. Wir überprüfen weitere Unternehmen, die in vergleichbarer Weise eine Ortsansässigkeit vortäuschen und werden dort ebenfalls einschreiten, wenn dies erforderlich ist", erklärte Homann. Welche Unternehmen gemeint sind, wollte ein Sprecher nicht sagen. Beschwerden über ähnliche Praktiken gibt es immer wieder auch bei Schlüsseldiensten. (am/dpa)


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