Unterstützung erhielt "Ficken" auch durch den Duden. Dort ist das Wort aufgeführt, hatten die Richter bei der Urteilsfindung ermittelt. Und sie vergaßen auch nicht, eine Reihe von Film-, Buch- und Bühnentitel zu erwähnen, die "Ficken" fast schon salonfähig gemacht haben: "So wurde beispielsweise Mark Ravenhills 'Shoppen & Ficken' 1998 zum Berliner Theatertreffen eingeladen und zum besten ausländischen Stück des Jahres gewählt", heißt es in der Urteilsbegründung.

In dem siebenseitigen Gerichtsdokument ist auch vom Theaterstück "Mesalliance aber wir ficken uns prächtig!" und vom Film "Fickende Fische" die Rede (O-Ton: "Die Buchvorlage des gleichnamigen Films der Regisseurin Virginie Despentes ist unter dem Titel 'Baise-moi – Fick mich' in deutscher Sprache im Rowohlt-Verlag erschienen".) Auch Elke Heidenreich half. Ihr Buch "Engel fickt man nicht" war den Bundesrichtern unter Vorsitz von Georg Fuchs-Wissermann ebenfalls eine Erwähnung wert.

Der Markenrechtsschutz von "Ficken" erstreckt sich künftig auf die Klassen 25 ("Bekleidungsstücke"), 32 ("Biere; Mineralwässer und kohlensäurehaltige Wässer und andere alkoholfreie Getränke, Fruchtgetränke und Fruchtsäfte, Sirupe und andere Präparate für die Zubereitung von Getränken") und 33: ("alkoholische Getränke, ausgenommen Biere").

Eine professionelle Modekollektion namens "Ficken"wird noch auf sich warten lassen. Es gibt zwar schon textile Merchandising-Artikel, mehr ist nach Angaben von EFAG-Geschäftsführer Dietmar Bock derzeit aber nicht geplant.


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor ("Der Social-Media-Rausch") und Blogger ("Mittelrheingold"). Interessiert sich für Content Marketing und digitale Transformation. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.