Aufregung in Israel :
Keine Frauen: Der Ikea-Katalog für Strengreligiöse

Das Einrichtungshaus Ikea hat in Israel eine Broschüre für strengreligiöse Juden aufgelegt - ohne Frauen und Mädchen auf den Bildern. Im Netz gibt es Kritik. 

Text: W&V Redaktion

"The Times of Israel" berichtete über die Ikea-Broschüre für strengreligiöse Juden.
"The Times of Israel" berichtete über die Ikea-Broschüre für strengreligiöse Juden.

Das Einrichtungshaus Ikea hat in Israel eine Broschüre für strengreligiöse Juden aufgelegt - ohne Frauen und Mädchen auf den Bildern. Das Produkt sei "speziell für die Haredi-Gemeinschaft angefertigt, in dem Versuch, diese Minderheit in Israel zu erreichen", teilte der Ikea-Einzelhandel-Manager in Israel, Schuki Koblenz, am Donnerstag mit. Auf den Bildern sind nur Männer und Jungen zu sehen, auch wenn es um Familiensituationen geht.

Die Broschüre sorgt allerdings für Aufregung im Netz. "Wo ist die Mutter auf diesem Bild hingegangen?" zitierte die Zeitung "Times of Israel" einen Nutzer zu einem Bild mit einem Familienessen. "Oh, das ist großartig. Ich wusste nicht, dass es Familien mit Alleinerziehenden auch im Haredi-Sektor gibt", schrieb ein anderer.

"Wir sind uns bewusst, dass Menschen sich darüber aufregen und dass diese Veröffentlichung nicht dem entspricht, für was Ikea steht", sagte Koblenz. "Wir entschuldigen uns dafür." Der normale Katalog des schwedischen Möbelhändlers Ikea sei in Israel derselbe wie überall sonst auch mit Frauen und Mädchen auf den Bildern.

So normal bewirbt Ikea Israel den normalen Katalog 2017. 

In Israel sind rund zehn Prozent der 8,6 Millionen Menschen streng-religiöse Juden. Sie leben zum Teil auch in eigenen Städten und Vierteln, wie Mea Shearim in Jerusalem. Grundsätzlich widmen sich die Männer dem religiösen Studium, die Frauen gehen arbeiten. Mädchen und Frauen tragen Röcke und züchtige Kleidung mit langen Ärmeln und geschlossenen Schuhen. Verheiratete Frauen bedecken ihr Haar mit einem Tuch oder einer Perücke.

Wie strikt sie ihre eigenen Regeln befolgen, zeigt auch dieser Zwischenfall am Mittwoch in einem Flugzeug von Easy Jet, über den "Jewish News UK" berichtet. (dpa/fs)


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