Photoshop-Initiative von CVS Pharmacy :
Kosmetikhändler CVS verzichtet auf Retusche

"Beauty Mark", also Schönheitsfleck, nennt CVS seine Initiative gegen retuschierte Kampagnenfotos. Die Aktion ist Teil einer neuen Unternehmensphilosophie.

Text: Susanne Herrmann

Keine Schönheitskorrekturen mehr. Das gelobt die Kosmetik- und Pharmafirma CSV.
Keine Schönheitskorrekturen mehr. Das gelobt die Kosmetik- und Pharmafirma CSV.

Der US-Konzern CVS Pharmacy stellt Pharmaprodukte und Kosmetik her und betreibt außerdem Drogeriemärkte in den USA. Und will nun den Blick auf Schönheit grundlegend ändern. 

Schritt eins auf diesem Weg: Der Konzern verspricht, Beautyfotos nicht mehr zu verändern. Das gilt, so CVS, für alle Fotos, die in den Läden, im Marketing, auf Webseiten, Apps und im Social Web zum Einsatz kommen.

"Wir werden die Form, Größe, Proportion, Haut- und Augenfarbe einer Person nicht digital ändern," lautet die Erklärung der Firma, "und auch keine Falten oder andere individuelle Merkmale verändern." Stattdessen führt CVS "Beauty Mark" ein, auf Deutsch Schönheitsfleck. Beauty Mark wird als Wasserzeichen Fotos als nicht bearbeitet kennzeichnen. Partner will der Kosmetikhändler dazu verpflichten, retuschierte Fotos kenntlich zu machen.

Das Ziel der Initiative ist es, dass bis 2020 alle in der Abteilung Beauty bei CVS verwendeten Bilder dem Transparenzanspruch genügen. Mit Markenpartnern habe man diesbezüglich bereits Kontakt aufgenommen - und viele von diesen begrüßen den Vorstoß, sagt Firmenchefin Helena Foulkes.

Links bearbeitet, rechts natürlich: Beispielfotos von CVS.

Links bearbeitet, rechts natürlich: Beispielfotos von CVS.

CVS möchte dafür sorgen, dass sich in der Kosmetikabteilung alle Kunden gut fühlen und dass Authentizität und Diversität im Vordergrund stehen. Dahinter steckt, dass das Unternehmen Haltung zeigen will. "Als Frau, Mutter und Vorstandschefin einer Handelskette, deren Kunden überwiegend weiblich sind, stelle ich fest, dass wir eine Verantwortung dafür tragen, welche Botschaft wir verbreiten", sagt Helena Foulkes. Sie sieht einen Zusammenhang zwischen der Verbreitung übertriebener Schönheitsideale und negativen gesundheitlichen Folgen, vor allem für junge Frauen. "Wir wollen unser Bestes geben, um sicherzustellen, dass unsere Botschaften an die Kunden unserem Unternehmensziel entsprechen, Menschen zu einer besseren Gesundheit zu verhelfen."