Schlussverkauf :
Läden dicht: Media-Markt verwirrt Verbraucher

Die aktuelle Kampagne von Media-Markt und Ogilvy & Mather zum "Schlussverkauf" spielt gekonnt mit den Verbrauchern. Viele Kunden verstehen den TV-Spot offensichtlich nicht. Und stürmen Google, um sich über die Zukunft der Kette zu informieren.

Text: Ulrike App

01. Oct. 2013 - 7 Kommentare

"Schluss! Aus! Ende!", diesen Worten können sich die Fernseh-Zuschauer seit Tagen nicht entziehen. Media-Markt macht die Läden dicht. Die TV-Werbeblöcke waren am vergangenen Wochenende voll mit dem 10-Sekünder. Die Botschaft: Schlussverkauf bei dem Elektrohändler. Dass die Türen nur am 2. und 3. Oktober verschlossen sind, verrät Media-Markt in dem kurzen Teaser aber nicht so richtig - das führt zur erwünschten Verwirrung bei den Verbrauchern. Auf der Fanpage der Marke bei Facebook sammeln sich Fragen wie: "Warum macht ihr zu?" oder "Was bedeutet das eigentlich: Media-Markt schließt ab dem 2.10. ???" 

Und auch die Google-Suche scheint für die Konsumenten der richtige Ort, sich über die Zukunft der Kette zu informieren. Eine Auswertung von W&V Online hat ergeben, dass sich am vergangenen Wochenende (27. bis 29. September) die Suchanfragen mit dem Begriff "Media Markt" von Freitag auf Sonntag um das Fünffache gesteigert haben, während die Schlagworte "Media Markt Schließung" sogar 33 Mal mehr abgefragt wurden (Vergleichszeitraum 90 Tage).

Auf der eigenen Facebook-Seite feuert Media-Markt währenddessen den heutigen Endspurt nochmals an: Dort sammelt das Social-Media-Team von den Nutzern "Schlussmachsprüche". Das Unternehmen hat zudem am Dienstag nochmals eine erklärende Pressemitteilung zur Werbe-Kampagne nachgeschoben, denn bisher berichtete vorwiegend die Fachpresse über die Aktion. Jetzt zieht beispielsweise ein Publikumsmedium wie Focus.de nach.

Die Marke der Media-Saturn-Holding nutzt laut eigenen Angaben die Pause, um ein neues Produktportfolio in die Filialen zu bringen. Der Online-Shop macht ebenso dicht. Nach dem sechstägigen Schlussverkauf und zwei Tagen Umbau legen die Läden dann am 4. Oktober wieder los. Bereits kurz nach Mitternacht will das Unternehmen im Netz Eröffnungsangebote offerieren. Morgens sperren dann auch die 255 Filialen wieder ihre Türen auf. Diese "Wiedereröffnung" verkündet der Händler dann über sämtliche Wege (Lead-Agentur: Ogilvy & Mather) - und auch diesem Spot wird wohl kaum ein TV-Zuschauer entkommen können.

Hier nochmals der Schlussverkaufsspot:


Autor:

Ulrike App
Ulrike App

ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.



7 Kommentare

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Anonymous User 7. Oktober 2013

Unsympathische Aktion, die einfach nur auf die Blödheit der Kunden zielt.

Anonymous User 4. Oktober 2013

Na ja, man braucht hinsichtlich der Ausrichtung kein Hellseher zu sein: Die Idee der Kampagne beruht klar darauf, den Konsumenten in die Irre zu leiten. Wohl dem, der zwei mal liest im Zeitalter des Werbe-Overkill.
Ich frage mich allerdings auch wie manch anderer, warum die Verbrauchererzentrale nicht einschreitet?

Anonymous User 2. Oktober 2013

Können deutsche KonsumentInnen nicht mehr lesen??? Was soll an dieser Kampagne verwirrend sein?
Es steht ja eh dort, dass es ein Schlussverkauf ist und die Schließung am 2.10. und nicht "ab 2.10" stattfindet ...
Ein besorgter Österreicher

Anonymous User 2. Oktober 2013

Das ist doch keine Verarsche.. es steht genau drunter "Am 02.10. haben alle Märkte geschlossen", nirgenswo steht "ab dem 02.10." oder ein "wir machen nicht mehr auf" oder das Wort "ausverkauf"!!

Es ist ein (nicht geschütztes Wort) "Schlussverkauf" wie "Sommerschlussverkauf" o.ä. daher finde ich die Kampagne auf der einen Seite genial, auf der andere aber auch zulässig weil keine falschen Tatsachen verbreitet werden was die Verbraucherschützer ggf hätten monieren können..

Anonymous User 2. Oktober 2013

Verwirrung kommt von Irrung/Irrtum/Irrweg - die Weisheit der Sprache trifft auf die Dummheit der Menschen!!! Dennoch sollte eine Premium-Werbeagentur in der Lage sein, für eine Marke aus dem Massesegment einen Gag zu produzieren, der ein Mindestmaß an Witz und Intelligenz erkennen lässt!

Anonymous User 2. Oktober 2013

Die Frage ist, warum das nicht schon lange irgendjemand abgemahnt hat - und sein es auch nur Verbraucherschützer oder die Verbraucherzentrale, die die Verarschung des Verbrauchers so nicht akzeptieren. Denn wenn die jetzt damit durchkommen sollten, macht das demnächst jeder! Keine gute Entwicklung!

Anonymous User 1. Oktober 2013

verrückter geht es nicht. Wenn man bedenkt, dass sich ab 4.10.2014 weder die
Produkte noch die Preise ändern, ist dies mal wieder ein nicht neuer Geck.
Vor Jahren hat so auch Praktiker geworben.

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