Und auch im stationären Handel gibt es eine klare Trennung zwischen Gewinnern und Verlierern. "Die Schere zwischen Groß und Klein geht weiter auseinander", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Während zwei Drittel der Händler mit mehr als 100 Beschäftigten 2018 mit einem Umsatzplus rechnen, blicken die meisten kleinen Händler pessimistisch in die Zukunft. Genth findet diese Entwicklung "besorgniserregend".

Gewinner und Verlierer nach Branchen

Gewinner und Verlierer nach Branchen

Jeder zehnte Laden in Existenz gefährdet 

Bereits 2015 hatte der HDE gewarnt, dass bis zum Jahr 2020 durch die Umwälzungen im Einzelhandel - durch den Siegeszug des E-Commerce, die Alterung der Gesellschaft und die Landflucht - jeder zehnte Laden in Deutschland in seiner Existenz gefährdet sei. Bisher gebe es keinen Grund, diese Einschätzung zu korrigieren, sagte Genth.

Vor allem im ländlichen Raum, in kleineren Städten und in den Randlagen der Metropolen würden kleine Fachgeschäfte immer seltener - egal ob sie Textilien, Lederwaren oder etwa Glas und Keramik anböten, betonte der Branchenkenner. Nur der Lebensmittelhandel könne sich bislang noch recht gut behaupten.

Ob das so bleibt, ist allerdings auch nicht ausgemacht. Im jüngsten Konsummonitor des HDE, für den rund 5000 Verbraucher befragt wurden, erwarteten über 60 Prozent der Konsumenten, dass auch Lebensmittel in Zukunft zunehmend online bestellt werden.

Für viele stationäre Händler liegt deshalb die Zukunft inzwischen in der Verbindung von Online und Ladenangeboten. Händler, die solche sogenannten Omni-Channel-Angebote offerieren, zeigten sich in der HDE-Branchenumfrage zur eigenen Zukunft besonders optimistisch. (dpa)


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.