Handel und Storytelling :
Landor: Das sind die Markentrends 2016

Die Markenberatung Landor hat fünf Markentrends für 2016 identifiziert. Der stationäre Handel erlebt ein Revival. Und mehr denn je verlangen Kunden nach authentischer Interaktion.

Text: Thuy Linh Nguyen

19. Jan. 2016 - 1 Kommentar

Authentizität, Interaktion, Nachhaltigkeit und schneller Service - diesen Kundenanforderungen müssen sich Unternehmen 2016 stellen. Die Markenberatung Landor hat Innovationen, Konsumentenverhalten, Marktveränderungen sowie Haltung und Verhalten in verschiedenen Branchen analysiert. Sie teilt ihre Erkenntnisse in fünf "Markentrends 2016". Demnach verlangen die Verbraucher zunehmend nach einem Markenerlebnis, das mit intelligentem Storytelling, persönlicher Beratung, vernetzten Services und internationaler Verfügbarkeit verbunden ist. Dies sind die Trends:

1. Zurück zur Ladenkasse

Die Prophezeihung, der Online-Handel werde den stationären Handel verdrängen, bewahrheiten sich nicht. Stattdessen erlebt der stationäre Handel ein Revival, denn die Konsumenten besinnen sich wieder auf den persönlichen Austausch mit Verkäufern in realen Geschäften. Unternehmen reagieren, indem sie stationäre Formate entwickeln, die das physische Geschäft mit der Flexibilität eines Onlineshops kombinieren. Der Internetriese Amazon macht es mit dem Amazon-Stores vor.

2. Markenerlebnis mit allen Sinnen

Unternehmen müssen bei der Markenkonzeption zunehmend über die ganzheitliche Customer Experience nachdenken. In Ergänzung zu Logo, Design und Look & Feel werden zukünftig alle Sinne bei der Konzeption von Marken einbezogen. Neben Gerüchen werden vor allem Sound und Audio eine große Rolle spielen. Gute Beispiele: Skype führte für seine Chat-Features ein neues Soundkonzept ein. Die Hotelkette Four Seasons hat ein detailliertes Duftkonzept für seine Räumlichkeiten entwickelt.

3. Mitarbeiter als Markenbotschafter

Aufmerksamkeitsstarke Slogans und Werbekampagnen schienen bisher ausreichend zu wirken. Verbraucher interessieren sich aber immer mehr dafür, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter behandeln und wie das Verhalten als Arbeitgeber ist. 2016 werden Unternehmen zunehmend darum bemüht sein, aus ihren Mitarbeitern Markenbotschafter zu machen. Gutes Beispiel: Die #OptOutside Initiative des Outdoor-Händlers REI in den USA – die Geschäfte blieben am verkaufsstarken Black Friday geschlossen und Mitarbeiter wurden dafür bezahlt, draußen Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

4. Schneller und internationaler Service

Konsumenten fordern zunehmend nahtlose und zeitnahe Service-Leistungen und Markenerlebnisse, die überall auf der Welt erhältlich sind. Unternehmen müssen deshalb Wege finden, ihre Dienstleistungen schneller und vor allem über Ländergrenzen hinweg anbieten zu können. Internationale Telefon-Flatrates und günstiges Datenroaming verstärken diese Forderungen. Starbucks bietet seinen Kunden beispielsweise an, den Kaffee schon unterwegs zu bestellen. Das spart Wartezeit. Nexflix bietet seinen Streaming-Dienst seit kurzem weltweit in 190 Ländern an.

5. Packaging als Teil des Markenerlebnisses

Verpackungen spiegeln nicht nur den Produktcharakter wider, sondern sind zunehmend auch ein wichtiger Bestandteil des Storytellings. Konsumenten leger immer mehr Wert auf Herkunft und umweltfreundliche Produktion bei Lebensmitteln. Das gilt nun ebenso für Verpackungen. Der Uhrenhersteller Festina verkauft seine wasserdichten Uhren zum Beispiel in mit Wasser gefüllten Behältern. Kraft, eine Marke des Lebensmittelkonzerns Mondelēz, kündigte an in Zukunft auf künstliche Kolorierung auf der Verpackung zu verzichten.


1 Kommentar

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Anonymous User 4. Februar 2016

Liebe Kollegen,

da machen sich mal wieder Trend-"Gurus" wichtig: Nach Nachfrage bei Festina wegen der Verpackung für wasserdichte Uhren (hübsche Idee!) bekam ich eben folgende Antwort:
"Leider muss ich Sie enttäuschen. Diese „Verpackung“ stammt aus dem Jahr 2007 und war keine Initiative von Festina selbst. Einige Herren von einer Marketing-Hochschule mit dem Schwerpunkt Verpackung und Marketing dachten sich diesen Behälter aus und haben für dieses Projekt unser Produkt dementsprechend verpacken und für ihre Zwecke entfremden dürfen. Umgesetzt und in Serie ging diese Verpackung nie.

Mit besten Grüßen aus Ainring" usw.

Augen auf im Trend-Verkehr, liebe Landoraner!

Beste Grüße
Christian Krebs
Chefredakteur a3 Marketing

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