Uni sucht Spielpädagogen :
Lego-Professor lehrt bald in Cambridge

Er hat einen der ungewöhnlichsten Job-Titel: Lego-Professor für Spiel in Erziehung, Entwicklung und Lernen. Die Stelle ist gerade an der Uni Cambridge ausgeschrieben und wird von dem dänischen Spielehersteller gesponsort.

Text: W&V Redaktion

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Sie hätten das richtige Mindset: Thomas Kirk Kristiansen und Kjeld Kirk Kristiansen aus der Eigner-Familie und Lego-CEO Jørgen Vig Knudstorp  (von li.)
Sie hätten das richtige Mindset: Thomas Kirk Kristiansen und Kjeld Kirk Kristiansen aus der Eigner-Familie und Lego-CEO Jørgen Vig Knudstorp (von li.)

Er hat einen der ungewöhnlichsten Job-Titel: Der Lego-Professor für Spiel in Erziehung, Entwicklung und Lernen. Die Stelle ist gerade an der Uni Cambridge ausgeschrieben und wird von dem dänischen Spielehersteller gesponsort. Bis Freitag, 20. Januar, haben Kandidaten Zeit, sich für die Professur für Spiel, Entwicklung und Lernen zu bewerben.

Die Professur hat jedoch einen ernsten wissenschaftlichen Hintergrund: In einem eigenen Forschungszentrum soll die Rolle des Spielens und des Spieltriebs beim Lernen erforscht werden. Schon vor einem Jahr hatten die Universität und die Lego-Stiftung des dänischen Herstellers der bunten Plastik-Bausteine das Forschungszentrum für Spiel in Bildung, Entwicklung und Lernen (Pedal) ins Leben gerufen. Der neue Professor soll es leiten.

"Die Rolle des Spielen ist relativ wenig erforscht", sagte Pedal-Interimsleiterin Anna Vignoles dem "Guardian". Es werde behauptet, dass es beim Lernen helfe, wichtig und gut für das Kind sei. "All das könnte wahr sein, aber es gibt in Wirklichkeit wenig Beweise." Das Forschungszentrum wolle diese Zusammenhänge nun genau erforschen.

Die Lego-Stiftung, die keinen Einfluss auf die Stellenbesetzung hat, unterstützt die Uni mit 4 Mio. Pfund, davon 2,5 Mio. für diese Professor. Stiftungschef Bo Stjerne Thomsen wünscht sich einen Kandidaten, der "extrem neugierig, offen, kreativ und mit einem großem Vorstellungsvermögen ausgestattet" ist. Ihm sei es auch wichtig, dass derjenige interdisziplinär arbeitet.

Stiftungsprofessuren sind auch in Deutschland nicht unüblich. An die 1000 solcher Lehrstühle zählt der Stifterverband. So engagierte sich etwa die Baumarktkette Obi an der Uni Köln und finanzierte einen Juniorprofessur für Marketing und Handel.

(am/mit dpa)


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