Doping und Korruption :
Leichtathletik-Skandal: Hauptsponsor Adidas springt ab

Schwerer Schlag für die IAAF: Hauptsponsor Adidas beendet offenbar vorzeitig seinen Vertrag mit dem Leichtathletik-Weltverband und zieht die Konsequenzen aus dem Doping- und Korruptionsskandal.

Text: Frauke Schobelt

- 1 Kommentar

Schwerer Schlag für die IAAF: Wie die britische BBC berichtet, beendet der Sportartikelhersteller Adidas offenbar vorzeitig seinen Sponsoringvertrag mit dem Leichtathletik-Weltverband. Adidas habe die IAAF darüber informiert, dass es aus dem noch vier Jahre laufenden Vertrag aussteigen will. Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach ist der größte Sponsor des Leichtathletik-Weltverbandes.

Zur Begründung heißt es, Adidas wolle seine eigene Marke schützen und reagiere auf den Doping- und Korruptionsskandal, der die Leichtathletikwelt erschüttert. Die französische Justiz ermittelt gegen den früheren IAAF-Präsidenten Lamine Diack wegen des Verdachts der Geldwäsche und Bestechlichkeit. Er soll außerdem gegen Geldzahlungen Dopingfälle vertuscht und Athleten erpresst haben. Die World Anti-Doping Agency (Wada) hatte zuvor systematisches Doping in Russland aufgedeckt. Die russischen Leichtathleten sind deshalb derzeit von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen. Eine ARD-Dokumentation berichtete darüber. 

Der IAAF kommentiert den Sponsoren-Weggang laut BBC nicht. Bei Adidas hieß es lediglich, man sei "in engem Kontakt mit der IAAF, um mehr über den Reformprozess der IAAF zu erfahren. Adidas ist gegen Doping in jeglicher Form." Die Korruption wird nicht erwähnt.

Der Sponsorenvertrag sollte eigentlich elf Jahre lang bis 2019 laufen. Pro Jahr zahlte Adidas laut Branchenexperten mehr als 7 Millionen Euro. Die IAAF und ihr Vermarktungspartner Dentsu verlieren demnach rund 30 Millionen Euro. (fs/dpa)

Das Verhalten von Adidas wirke konsequent, sei aber unglaubwürdig und verlogen, schreibt Spiegel Online in einem Kommentar. Denn Adidas handle aus den falschen Gründen. Statt ein Zeichen zu setzen gegen Doping und Korruption gehe es dem Sportartikelhersteller eher um die Chance, sich aus der Leichtathletik zurückzuziehen. 


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



1 Kommentar

Kommentieren

Anonymous User 25. Januar 2016

Nach Hamburg entscheidet sich auch der größte Sponsor gegen die Korruption. Finde ich gut.

Und jetzt Feuer frei ihr Olympia-Liebhaber. ;)

Diskutieren Sie mit