Nach IAAF-Angaben haben rund 15 Millionen Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren in 76 Länder an dem "Kids Athletics"-Programm teilgenommen. In diesem Jahr soll es auf weitere 15 Länder ausgedehnt werden. Rund drei Millionen Kinder sollen damit erreicht werden.

Bereits Ende Januar war publik geworden, dass Sportartikelhersteller Adidas seine Zusammenarbeit mit der IAAF zu beenden erwägt und vorzeitig aus dem noch vier Jahre laufenden Vertrag aussteigen wolle. Das Unternehmen aus Franken ist neben Canon, Seiko, TDK, Toyota, TBS und Mondo einer der sieben großen Partner der IAAF.

Nach den schockierenden Enthüllungen über ein Doping-System in Russland gerät derweil das Lauf-Wunderland Kenia durch Korruptionsvorwürfe ins Visier. Ein Sportfunktionär soll von zwei suspendierten Leichtathletinnen hohe Dollar-Summen für die Verkürzung ihrer vierjährigen Dopingsperren verlangt haben.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP hätten die Läuferinnen Joy Sakari und Francisca Koki Manunga mitgeteilt, der Geschäftsführer des nationalen Verbandes Athletics Kenya (AK), Isaac Mwangi, habe von jeder Sportlerin 24.000 US-Dollar Schmiergeld gefordert. Mwangi wies die Beschuldigungen strikt zurück. "Das ist doch ein Witz", sagte er.

Die IAAF teilte mit, dass die Anschuldigungen von Sakari und Manunga von der Ethikkommission des Verbandes untersucht würden. Als "sehr verstörend" bezeichnete die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA die Vorwürfe der Läuferinnen. Sie "ähneln unheimlich" jenen, die bei den bisherigen Enthüllungen von Doping-Vertuschung in der Leichtathletik ans Tageslicht gefördert worden seien.

Sollte es weitere Informationen geben, will die WADA entscheiden, ob Untersuchungen in Kenia veranlasst werden. Trotz einer Reihe von Berichten über mögliche Doping-Machenschaften in dem afrikanischen Land hat die WADA Ermittlungen wie in Russland bisher abgelehnt.

Unterdessen haben Kontrolleure der britischen Anti-Doping-Behörde UKAD in Russland die Tests übernommen. Das ist eine Maßnahme, um den Ausschluss der von der IAAF suspendierten Leichtathleten des Landes bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro noch zu vermeiden.

Inzwischen ist eine zweite Sportweltmacht mit schweren Vorwürfen konfrontiert: China. So hat die ehemalige Langstreckenläuferin und mehrfache Weltrekordhalterin Wang Junxia in einem Brief offenbar gestanden, während ihrer Karriere systematisch gedopt zu haben. Sie und andere Läufer ihres Teams seien von ihrem Trainer Ma Junren dazu gezwungen worden. Zudem müssen sich in Italien 26 Leichtathleten im ersten Fall vor dem Nationalen Anti-Doping-Gericht wegen mutmaßlicher verbotener Einnahme von verbotenen Mitteln verantworten.

Macht das Mut, dass es bei den olympischen Wettkämpfen mehr Fairness und Gerechtigkeit geben wird? "Ich glaube nicht", sagte der deutsche Sprint-Rekordler Julian Reus. "Die Frage ist: Wo fängt man an, wo hört man auf?"