Kampagne :
#lidllohntnicht: Wie sich ein Bäckermeister mit Lidl anlegt

Die neue Imagekampagne von Lidl sorgt nicht nur in der Kreativbranche für Diskussionen, sondern bringt auch das Handwerk auf die Barrikaden. Ein Bäckermeister aus der Oberlausitz startet jetzt zum Angriff - mit einer Gegenkampagne auf Facebook.

Text: Frauke Schobelt

- 29 Kommentare

Die neue Imagekampagne von Lidl sorgt nicht nur in der Kreativbranche für Diskussionen, sondern bringt auch das Handwerk auf die Barrikaden. Das betrachtet die Qualitätsoffensive des Discounters unter dem Motto "Woran erkennt man eigentlich, was gut ist?" als Kampfansage. Ein Bäckermeister aus der Oberlausitz startet deshalb einen Gegenangriff: Stefan Richter, der in Kubschütz eine Dorfbäckerei betreibt, hat unter dem Hashtag #lidllohntnicht - in Anspielung auf den Lidl-Slogan - eine Gegenkampagne in den sozialen Netzwerken initiiert. Richter empfindet die "unsägliche" Lidl-Werbung als "Anti-Handwerk-Kampagne". Und bezweifelt, dass ausgerechnet ein Discounter eine Antwort auf die Frage "Was ist gutes Brot?" kennt. Stefan Richter, der auf seiner Bäckerei-Website www.richter-kubschuetz.de sein "Kleines Schwarzes" selbstbewusst als "Brot Couture" verkauft, postete deshalb auf Facebook eine vor Ironie triefende Initiativbewerbung, mit der er sich bei Lidl um eine Stelle als Produktionshelfer bewirbt. Und zwar so:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit bewerbe ich mich vorausschauend aus ungekündigter Stellung um einen Arbeitsplatz in Ihrer Brotproduktion. Derzeit bin ich selbständiger Bäckermeister und betreibe eine kleine, handwerkliche und damit rückschrittliche Dorfbäckerei in der Oberlausitz. Ab dem Zeitpunkt, an dem Ihre Werbekampagne „Was ist ein gutes Lebensmittel?“ mehr als 50% unserer jetzigen Kundschaft überzeugt hat, stehe ich Ihrem Unternehmen zur Verfügung. Ich bin mir bewusst, dass meine fachliche Qualifikation nur eine untergeordnete Rolle spielen wird, und nehme daher Lohneinbußen in Kauf.

Aufmerksam geworden bin ich auf Ihr Unternehmen durch Kundenäußerungen, dass „gutes Brot“ nun einmal nichts mit handwerklicher Expertise, einer aufwändigen Sauerteigführung und dem damit möglichen Verzicht auf Enzyme und weitere nicht-deklarationspflichtige Zusatzstoffe zu tun habe. Sondern einzig und allein an der Sortimentsbreite, an Labortests und am „guten“ Preis zu erkennen sei. Auf die Frage, was diesen „guten Preis“ ausmache, sagte ein Kunde mit einem Seitenblick auf meine Mitarbeiterin, die unsere Kunden berät, Bestellungen entgegennimmt und Backwaren sorgfältig verpackt: „Die schon mal nicht, denn eine Bäckereifachverkäuferin ist zu teuer.“ Er informiere sich jetzt bei Lidl.de und wisse Bescheid, dass industrielle Produktion nicht nur sicherer sei, sondern durch Kostenersparnis auch zu besserem Brot führe.

Leider kann ich mit meiner kleinen Bäckerei die von Ihnen definierten Qualitätskriterien nur zum Teil erfüllen, was an mangelnder Größe (wir können keine Preise im Einkauf durch Marktmacht diktieren), regionaler Ausrichtung (es wächst im Klima unserer Gegend nicht jedes Getreide) und fehlender Automatisierung (teure Handarbeit von Fachkräften) liegt. Ich bin froh, dass Sie durch Zentralisierung und Kostenoptimierung Möglichkeiten schaffen, mehr im Sinne der Kunden zu arbeiten. Gern nehme ich auch den Weg in einen ihrer Produktionsstandorte außerhalb Deutschlands (Österreich, Belgien, Frankreich oder auch die Niederlande) in Kauf. So mobil wie ein tiefgefrorener Teigling bin ich ebenfalls. Und wenn eines Tages die Reise nach China geht – warum nicht?

Das Backen, der Geruch von frisch gebackenem Brot und der direkte Kontakt mit dem Produkt meiner Arbeit werden mir fehlen. Andererseits kann ich mich ja auf Laborproben und Rechtsabteilung verlassen und privat dann sicher auch etwas anderes essen, als das, was ich bei Ihnen produziert habe. Da arbeitet es sich sorgloser und sorgenfreier, gerade wenn man sich angewöhnt, beim Umgang mit speziellen Zutaten Handschuhe und Mundschutz zu tragen. Ich freue mich bereits jetzt auf die spannende Tätigkeit in Ihrem Unternehmen und auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch ab dem vorgenannten Zeitpunkt.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Richter, Bäckermeister

Der wortgewaltige Handwerker, der fleißig die sozialen Netzwerke nutzt und auch die Website www.handwerksbrot.de betreibt, bekommt auf Twitter und Facebook viel Beifall. Dort schreibt der Sachse: "Bleiben die Lidl-Thesen unwidersprochen, büßen wir Lebensqualität, regionale Wertschöpfung und Vielfalt ein. Denn Rationalisierung und Konzentration haben einen Preis, der nicht auf dem Etikett steht."

Auch die Organisation Slow Food Deutschland kritisiert massiv die Werbeoffensive von Lidl und fordert den Discounter auf, die Kampagne einzustellen. Die "Attacken gegen gutes Handwerk" und "die Vernebelung des Qualitätsbegriffs" seien "nicht hinnehmbar", heißt es in einer Pressemitteilung. Die Non-Profit-Organisation, die sich für die nachhaltige Herstellung von Lebensmitteln und das traditionelle Lebensmittelhandwerk einsetzt, hält Lidl die eigenen Werbeaussagen vor: "Woran erkennt man eigentlich gutes Fleisch und gutes Brot? Vielleicht einfach daran, dass es nicht von Lidl kommt?"


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



29 Kommentare

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Anonymous User 29. April 2015

Viel Gejammer von allen Seiten und einige hochprozentige Intelligenzkommentare. Nö, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. So einfach wie das ganze klingt ist es nicht.
Zum einen, warum kann man sich mit Hartz IV kein vernünftiges Bäckerbrot leisten? Ich bin zwar alleinstehend, aber ich habe mir fast jede Woche während meiner 5 Jahre Leistungsbezug 2x gutes Brot für je 3,70 € (750 g) geleistet. Wer etwas wirklich will, schafft das eine oder andere auch. Okay, dafür bleibt etwas anderes auf der Strecke, man muss halt Prioritäten setzen.
Aber wir sind doch wirklich selber schuld, unabhängig von den persönlichen finanziellen Möglichkeiten. "Geiz ist geil!" Ein Sch....dr... ist Geiz! Mit Geiz vertreiben wir die Arbeit aus Deutschland, denn zu den Preisen zu denen wir gerne kaufen (würden) ist eine Produktion am Standort Deutschland nicht machbar; i. d. R. Wer billig kauft lebt irgendwann auch billig. Doch wo soll man die Parameter, und derer gibt es sehr viele, zu erst verändern und in welcher Reihenfolge?

Es ist auch kaum eine Frage der Politik, sofern es die Regierung betrifft, sondern der Politik die Unternehmen betreiben "Geiz ist geil, und größere Gewinne sind noch geiler!" und die von uns Konsumenten "Spare wo es geht, solange es noch geht!"
Nein, nein, nein, wir haben es alle selbst in der Hand, nur müssen wir uns und unsere Umgebung, die lieber Soaps, Pseudo-Dokus oder sonst irgendwelchen hirnerweichenden und Synapsen blockierenden Müll schaut dazu bewegen sich mal richtig zu informieren, einfach mal über den Rand der Espressotasse zu schauen, denn das wahre Leben findet außerhalb unserer Komfortzone "In der ersten Reihe vor dem Fernseher" statt. Und da wird es verdammt gruselig, wenn man sieht was wir "Industrieländerkonsumenten" mit uns und unserer Erde, weit weg von uns, anrichten.

Ich gebe als Laie Herrn Richter absolut recht, auch allen anderen die gegen Industryfood sind. Und da sollten auch keine TV-Köche für diese RAMA Kochsahne Werbung machen. Pfui Teufel, ein Produkt das niemand braucht, außer der Konzern der das erdacht hat.

Anonymous User 23. April 2015

LIDL lohnt sich --- nicht!

Aber die Politik (gerade auf der kommunalen Ebene) sowie die explosionsartig um sich greifende "Geiz ist geil"-Mentalität heimischer Verbraucherinnen und Verbraucher waren in den letzten Jahren der "Mega-Turbo" für das pilzhafte Wachstum dieser Lebensmittel-"Outlets" in unseren Siedlungen. Erkennbar an enorm großzügig bemessenen Parkplätzen vor dem Laden und einer groß aufgemachten Neon-Werbetafel an der Einfahrt. Das ist die Realität -- aber wir können sie verändern indem wir die regionalen Produkte in den regionalen Geschäften, im Hofladen, in der Bio-Abo-Kiste und auf den Wochenmärkten nicht mehr links liegen lassen. -- Wer noch nicht verblödet ist, kauft dort! Das ist ECHT GUT und hat Mehrwert ... In diesem Sinne: "Einen guten Einkauf!"

Anonymous User 16. April 2015

Wenn man sich kein vernünftiges Essen leisten kann, z.B. als Hartz IV-Empfänger, frisst man halt die Reste der Reichen sowie Chemiebrot, Klebefleisch und Analog-Käse. Großartig unsere Freiheit hier oder etwa nicht?

Anonymous User 28. März 2015

Hallo Freunde der Backwaren,

ich verstehe die ganzen Kommentare nicht.
Die einen sehnen sich das gute alte Handwerk herbei, die anderen sagen nichts und kaufen beim Discounter.

@ Illona Christen:
"Leider sind echte Bäcker wie Herr Richter in den letzten 20 Jahren schon so gut wie ausgestorben. Verdrängt wurden sie von den Bäckereiketten wie Kamps & Co., die im Grunde dieselben Convenience Brötchen wie Lidl zum doppelten Preis anbieten."
- Sorry, aber Sie haben keine Ahnung. Lidl produziert hochwertige Backwaren aus natürlichen Rohstoffen und wenig Backmittel (Convenienceprodukte), hochwertiger als mindestens 80% der noch existierenden Handwerksbäcker.

Ansonsten finde ich die meisten Kommentare überflüssig und allgemein gehalten. Eine Mischung aus Frust und Verzweiflung .
Ich kenne viele Kleinbäcker die von der Qualität der Lidl-Backwaren überzeugt waren, als Sie diese probiert haben.

@Alle Handwerksbäcker und Bäckermeister Richter:

- Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen.

30 Jahre monoton backen ist kein Zeichen für einen guten Handwerksbäcker.

MfG
Toni

Anonymous User 25. März 2015

Ich bin selber Einzelhandelskaufmann und in einem Supermarkt tätig gewesen. Da ich auch kein Freund von industrieller Backware bin, unabhängig davon, ob z.B. ein Brötchen vom Bäcker 30 Cent mehr kostet, kaufe ich lieber frische Ware dort ein als im Supermarkt. Endlich mal jemand, der die Wahrheit ausspricht.

Anonymous User 20. März 2015

@someonesdaughter:
You made my day.

Das Wochenende kann jetzt kommen!

Anonymous User 16. März 2015

@klara: "sonst muss er ja erst mal ein Praktikum als Copywrighter machen und da ackert er für weniger Geld..."

Jemand, der Copywriter mit „gh“ schreibt, bekommt hoffentlich überhaupt keine Praktikantenstelle.

@Kall: „KANN JEMAND ENDLICH MERKEL ERKLÄREN, DASS DER BILDUNGSETAT AUFGESTOCKT WERDEN MUSS?!“

Damit die Angehörigen der „Backfischidioten-Masse“ (Ihr Vokabular) lernen, dass penetrante Großschreibung Gegröle ist und multiple Satzzeichen kein Ausweis von Intelligenz sind?

@Gesina Reste: „Ich kann Sie nur beglückwünschen zu Ihrem Mut das auszusprechen, was Viele nur denken.“

Oh ja, sooooo mutig. Mindestens so mutig wie Galilei und Sophie Scholl zusammen. Ich wünsche Ihnen auch „Heilung durch Lebensmittel“ – Brötchen gegen Masern, Wurstbrot gegen Krebs, Käsestulle gegen Hirntod. Aber natürlich nur mit Backware aus dem Hofladen. Und als nächste gründen wir PEGDDDA - Patriotische Europäer gegen die Discounterisierung des Abendlands und machen voll mutige Spaziergänge durch Dunkeldeutschland, ja?

Welches grauenhafte Schicksal zwingt euch Heulsusen eigentlich, euer Brot nicht beim Bäcker sondern beim Discounter zu kaufen? Dieses Gejammer ist doch wirklich peinlich.

Anonymous User 16. März 2015

Lieber Stefan,
Ich kann Sie nur beglückwünschen zu Ihrem Mut das auszusprechen, was Viele nur denken.
Ich bin eine Bäckerstochter und in den 60er Jahren in einer kleinen Bäckerei in Berlin-Neukölln aufgewachsen und stets mit bester Bäcker- und Konditorenkunst versorgt worden. Und der Geruch von frisch gebackenem Brot ist unvergleichlich.
Ich wünsche Ihnen weiter viel Liebe für Ihren Beruf, damit wir Heilung durch gute Lebensmittel erfahren können. Denn "Labor-Essen" macht auf Dauer krank!
Ich bin dankbar, dass ich in einer Gesellschaft lebe, in der es Menschen wie Sie gibt - wir brauchen noch viel mehr davon!
Aufwachen Leute - es ist an der Zeit!

Anonymous User 16. März 2015

Das Problem ist das Essen in D mittlerweile Luxus ist. Wer gutes will muss ordentlich dafür blechen. Wer lieber nachhaltig was von seinem sauer verdienten Geld hat kauft sich eben etwas langlebigeres als Nahrung dafür. Solange Wasser, Mieten, Strom etc. weiter steigen wird die Masse da sparen wo es am einfachsten ist und von dem man am meisten braucht - an Nahrungsmitteln!

Anonymous User 16. März 2015

Der Bäcker versucht den Kampf aufzunehmen gegen Lidl & Co. Leider wird ihm das nur kurze Zeit gelingen, denn all die Menschen, die sich über das Sterben von Bäcker, Fleischer, Gärtner usw. aufregen, sind auch diejenigen, die daran schuld sind. Wo kaufen sie denn, dort wo es billig ist und es wird ihnen ja leicht gemacht. Bei Lidl & Co, gibt es ja alles und man braucht nicht extra zu gehen. Wozu noch diese Berufe ausbilden und Facharbeiter- und Meisterprüfungen ablegen!

Anonymous User 14. März 2015

Ich sehne das gute Bäckerhandwerk herbei... Mache Brot selber oder beziehe es über unseren Hofladen der mit regionalen kleinen Bio Bäckern zusammen arbeitet. Ich finde wie beim Fleisch ist ein etwas höherer Preis kein Problem. Brot sollte aus Ernährungs psychologischer Sicht eh nicht viel gegessen werden somit reicht es 1 mal im Monat wenn nicht sogar alle 2 Monate mal ein Brot zu kaufen und finanziell ist so etwas absolut machbar da auch mal 3 Euro aus zu geben. Ich spare schon alleine dadurch viel Geld dass ich auf Süßigkeiten, Kuchen, Cola, Limonaden, Milch und vieles mehr verzichte... Brauche ich auch nicht.... So ist es auch mit wenig Geld erschwinglich. Lieber mehr und bessere Qualität im Bereich Lebensmittel als Urlaub oder viel Klamotten...

Anonymous User 14. März 2015

Over promise and under deliver. Funktioniert halt nicht....

Anonymous User 14. März 2015

"Und was die Entlohnung betrifft... Bei Lidl bekommt jeder Mitarbeiter mindestens 11,-€/Stunde. Was wohl eine Bäckereifachverkäuferin erhält...?"

Aha, und was bekommen die Leute, die für Lidl dass Brot vorbereiten und das kleinste Glied in der Wertschöpfungskette sind?

Anonymous User 14. März 2015

Wer jetzt schon den Verdrängungswettbewerb bejammert und die "guten alten Zeiten" herbeisehnt, der wird sich umschauen wenn "Mutti's-TTIP-Handelabkommen" mit Kanada und vorallem Amerika kommt. Der Markt wird geradezu mit Fertigbackwaren überschwemmt werden zu ruinösen Kampfpreisen. Das wird 20-30% der Bäcker das genick brechen. Danke Merkel!

Anonymous User 13. März 2015

Ich war heute im Lidl einkaufen und hatte mich noch über die neuen Werbesprüche gewundert. Backwaren kaufe ich nur beim Bäcker aber ich weiß nicht, wie lange noch. Denn die Brot und Brötchenpreise sind enorm gestiegen. Wir sind eine Familie mit 2 Kindern, da geht schon einiges an Geld für Lebensmittel drauf. Noch kaufe ich kein Brot bei Lidl & Co. aber irgendwann wird es auch kommen. Denn auf Dauer kann ich mir Brot für über 3,00 EUR nicht leisten. Leider. Ich finde Geiz überhaupt nicht geil... sondern wir müssen jeden Monat sehr genau rechen.

Anonymous User 13. März 2015

Herr Stefan Richter, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich hatte fast 40 Jahre eine Familien-Bäckerei in Frankfurt am Main. Je mehr sich Lidl & Co. nach vorne gedrängt haben, um so mehr ging der Umsatz zurück. Sicher wir hatten unseren Kundenstamm. Weihnachten und Ostern schafften wir es kaum. Aber im Jahr haben die Leute billig eingekauft. Wie soll man noch erklären, daß Brot + Brötchen im Fachgeschäft das Doppelte kosten. Soll man es mit dem Hinweis auf die Zutatenliste begründen? Das funktioniert nur bedingt. Lieber 3x im Jahr in Urlaub fahren, anstatt faire Lebensmittel zu kaufen. Die Handwerksbäckerei(-Fleischerei) ist bald überflüssig. Schade!

Anonymous User 13. März 2015

Ich gebe zu, auch hin und wieder Brot wie auch anderes beim Discounter zu kaufen und bei manchem davon nicht mal unzufrieden mit dem Produkt zu sein. Den Unterschied zwischen einem Handwerks- und einem Industrieprodukt nehme ich aber durchaus weiter wahr. Die Lidl-Kampagne stellt in diesem Zusammenhang aber nur die Spitze eines riesigen Eisbergs dar, der unter dem Meeresspiegel ein gewaltiges Lügengebäude beherbergt und der im Gegensatz zum Vorbild wächst, statt zu schmelzen. Nach meinem Empfinden wird mittlerweile querbeet bei Werbeversprechen immer dreister gelogen und die Regel, wonach gute Werbung nur bei guten Produkten wirklich funktioniert, scheint in der Praxis niemanden mehr zu interessieren. Wenn sich auf diesem Hintergrund ein Discounter dazu aufschwingt, werblich den Experten zu geben, der er in Wirklichkeit gar nicht ist, dann folgt er nur dem Zeitgeist ...

Anonymous User 13. März 2015

Danke Christen, Ilona! Auf den Punkt gebracht. Wo ist der Unterschied zwischen Lidl und Bäckereikette? Das Handwerk starb schon vor 20 Jahren aus. Wo finde ich noch einen Bäcker mit eigener Backstube?
Abgesehen davon, dass Brot in letzten Jahren auch immer teurer geworden ist und viele sich den "Bäcker" (Kette) gar nicht mehr leisten können.
Hätte ich einen "echten" Bäcker, würde ich da auch einkaufen und an anderer Stelle sparen. Herr Richter kann ja gerne nach Berlin kommen, wenn er seine Dörfler nicht überzeugt bekommt. Hier gibt es genug Abnehmer.

Anonymous User 13. März 2015

mich kotzt dieses handwerks- und bauern-gejammer an. kaum eine andere branche hat in deutschland so viel macht wie das handwerk und die bauernzunft. die herrschafften hätten die letzten 30 jahre zeit gehabt, sich zu organisieren, lobbyarbeit zu betreiben, synergieeffekte zu nutzen - und das mit jeder menge kohle und förderung. statt dessen kümmern sich die IHKs um seminare für vertriebsaufbau in china und die bauernmafia um die grüne woche. der bedarf nach längeren wird reflexartig mit billiglohn-geschwafel beantwortet. liebe handwerker bauern: was wollt ihr eigentlich? konkurrenzfähig sein oder wegsterben?

Anonymous User 13. März 2015

Toller Bäcker!

Traurige Backfischidioten-Masse! Es sagt viel über den Bildungsstand unserer Bürger aus, wenn sie auf so einfach gestrickte Werbung reinfallen.

KANN JEMAND ENDLICH MERKEL ERKLÄREN, DASS DER BILDUNGSETAT AUFGESTOCKT WERDEN MUSS?!

Anonymous User 13. März 2015

Ich weine jeden Morgen beim Biß in mein "Brot" und denke wehmütig an die Zeiten wo ich bei echten Bäckern, echtes Brot bekommen konnte. Heute schleiche ich von Discounter zu Discounter um "frische Pappe" zu kaufen und zu verspeisen. Irre wie dieses Handwerk in die Knie gezwungen wurde und noch wird. Aber wie immer, der Verbraucher will es billig, der Verbraucher bekommt es billig.

Anonymous User 13. März 2015

Ich finde die "Bewerbung" von Herrn Richter prima und freue mich, dass jemand so viel Courage hat und sich gegen diese unsägliche Werbung auflehnt. Auch mich k*tzt dieses Werbeversprechen einfach nur an. Leider muss man aber sagen, dass es die lieben Mitbürger sind und mitunter aber auch deren Lebensumstände!, die das Konsumverhalten und damit den Markt steuern. Trotzdem wünschte ich mir mehr von diesen Initiativen und zwar von den guten und richtigen Bäckern. Sie müssen sich selbst mehr Stimme geben..... also weiter so.

Anonymous User 13. März 2015

Also Lidl ist für mich ein Geschäft, wo man günstig Billigware kaufen kann, aber Brot ganz bestimmt NICHT!!! Da wirklich nur beim Bäcker. :D

Anonymous User 12. März 2015

@freelance :Also bitte bevor er in die Werbung geht, soll er besser doch bei Lidl arbeiten...sonst muss er ja erst mal ein Praktikum als Copywrighter machen und da ackert er für weniger Geld...

Anonymous User 12. März 2015

Hm, zwiespältig bin ich bei diesem Artikel.

Was Qualität betrifft gebe ich Herrn Richter gern recht. Doch nur, wenn die Bäcker kreativ und innovativ genug sind sich diesem billig-Wahn entgegen zu setzen. Die meisten kaufen ihr Zeug doch auch von der BäKo....

Und was die Entlohnung betrifft... Bei Lidl bekommt jeder Mitarbeiter mindestens 11,-€/Stunde. Was wohl eine Bäckereifachverkäuferin erhält...?

Anonymous User 12. März 2015

Leider wissen die meisten nicht mehr, wie gutes Brot oder Brezeln schmecken können.
Was heute von Discountern als Qualität-Backwaren angeboten werden, sollten einer fachlichen Prüfung - nicht vom Labor, oder Juristen, sondern von Böckern und Konditoren unterliegen.
Aber selbst sog. Back-Ketten liefern heute selten Qualität. Ich kann mich noch an den Müller-Skandal mit bedenklichen hygienischen Produktionen erinnern.
Ab die meisten Mitbürger kaufen leider nur billig und konsumieren Industrie-Lebensmittel. Geiz ist geil - selbst wenn man sich dabei den guten Geschmack verdirbt. Warum machen echte Bäcker kein Versand-Geschäft auf? Ich wäre als Kunde dabei

Anonymous User 12. März 2015

So wie er schreibt, kriegt er auch überall einen Job als Texter. Vielleicht auch einen Nagel beim ADC (Dialog/Text/PR). Grandios.

Anonymous User 12. März 2015

Leider sind echte Bäcker wie Herr Richter in den letzten 20 Jahren schon so gut wie ausgestorben. Verdrängt wurden sie von den Bäckereiketten wie Kamps & Co., die im Grunde dieselben Convenience Brötchen wie Lidl zum doppelten Preis anbieten. Schade war es um das Handwerk schon vor 20 Jahren. Dass die Ketten nun den Preisdruck zu spüren bekommen, den sie selber einst geschaffen haben, ist IMHO nicht schade. Echte Bäcker haben jetzt eine echte Chance sich als gesunde und eigenständige Alternative neben den Backautomaten bei Ldl, Aldi und anderen zu positionieren.

Anonymous User 12. März 2015

Herr Richter hat recht, super aktion.

ich kaufe btw. auch tk produkte, aber nur aus dem grund das mein bäcker wirklich schlechter als tk produkte sind. wenn ich in meiner alten heimat bin, kaufe ich dort bei meinem lieblingsbäcker ein. alleine der duft einer guten backstube ist es wert!!!

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