Süßwarenstudie :
Lieber kauen als lutschen: Diese Snacks liebt die Generation YZ

Die Süßwarenstudie 2017 von K&A BrandResearch untersucht aus psychologischer Sicht, warum einzelne Süßwarengruppen erfolgreicher bei der Generation YZ sind als andere.

Text: Frauke Schobelt

Fruchtgummi und salzige Snacks liegen bei jungen Verbrauchern hoch im Kurs.
Fruchtgummi und salzige Snacks liegen bei jungen Verbrauchern hoch im Kurs.

Die Generation YZ hat es offenbar beim Snacken eilig. Zumindest ist langes Bonbonlutschen nichts für die Jahrgänge ab 1980, wie die Süßwarenstudie 2017 von K&A BrandResearch offenbart. Die Analyse der fränkischen Marktforscher untersucht aus psychologischer Sicht, warum einzelne Süßwarengruppen erfolgreicher bei der Generation YZ sind als andere. Einerseits steige bei jungen Erwachsenen zwar das grundsätzliche Bewusstsein für ein - oft vermeintlich - gesünderes Ernährungsverhalten. Gleichzeitig aber auch der Süßwarenkonsum und der durchschnittliche BMI in dieser Altersklasse.

In den letzten zehn Jahren ist der Naschartikelmarkt deutlich gewachsen. Dabei greifen die Deutschen immer öfter zu Salzigem wie Nüssen, Chips, etc, während Bonbons an Umsatz verlieren. Und das hat eben auch mit den neuen jungen Verbrauchern zu tun.

Für die steht das gemeinsame Genießen (Sharing) und Feiern an oberster Stelle. Auch das Thema bewusste Ernährung spielt eine Rolle, intuitiv empfinden sie deshalb Produkte aus "echten Nüssen und Kartoffeln" als natürlicher. Salzige Snacks punkten daher besonders. Außerdem bieten sie Convenience und Abwechslung und sind im Alltag tauglich für vieles - Couch, Outdoor, Grill oder eben auch Gin & TonicVor allem salzige Knabberartikel treffen deshalb aktuell den Zeitgeist dieser Generation am besten, so ein Fazit der Analyse, während Schokolade, Kaugummi und besonders Hardcandy Schwierigkeiten haben, "ausreichend attraktive Konsumanlässe" für die neuen Verbraucher zu bieten. 

Ernährungssünde Zucker

Zucker gilt bei der Gen YZ neben Fett als zentrale Ernährungssünde. Trotzdem genießen sie Süßes - wenn es gute Gründe gibt: "Schokolade unterstützt als vordergründiger Dickmacher besonders genussvolle Me-Momente von Privatheit, Beruhigung bis hin zu Frust, welche sich über Marken differenzieren lassen. Nur wenigen Schokoladen-Angeboten gelingt aber die Erfüllung der Snacking-Bedürfnisse von Gen YZ", so ein Fazit der Analyse.

Als doppelte Zuckersünde, die nicht nur dick macht, sondern auch die Zähne schädigt, sehen die jungen Verbraucher Hardcandy-Produkte. Der aus ihrer Sicht viel zu langsame Lutschvorgang mindert den Spaßcharakter bei Bonbons. Kauen ist besser als lutschen - deshalb greifen sie lieber zu Fruchtgummi und Kaubonbons, auch wegen der vermeintlich gesünderen Fruchtigkeit. 

"Marktentwicklungen sind ein Spiegelbild von sich ändernden Konsumgewohnheiten. Wer die Menschen hinter den Zahlen besser versteht, wird als Hersteller auf Veränderungen in den Generationen besser reagieren können", so die Marktforscher von K&A BrandResearch.

Und die Hersteller und auch Händler reagieren. Etliche nutzen etwa Zuckerreduzierung als Marketingstrategie. Mehr über den Foodtrend lesen Sie in Ausgabe 13 der W&V. Hier gibt's die Einzelausgabe.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.