Lieferdienste :
Lieferando und Lieferheld kämpfen im TV um die Vorherrschaft

Die etablierten Lieferdienste geben viele Millionen im TV für die Vorherrschaft aus - und um sich gegen aufkommende, neue Konkurrenz zu positionieren.

Text: Leif Pellikan

Die Lieferdienste leisten sich einen immens teure Werbeschlacht. Das zeigt der Blick auf die Spendings, die der Marketing-Datendienstleister Ebiquity für die Welt am Sonntag auflistete: Für Lieferando warb die niederländischen Mutterfirma Takeaway in Deutschland im vergangenen Jahr für brutto 93,4 Millionen Euro. Konkurrent Delivery Hero mit seinen Marken Lieferheld, Pizza.de und Foodora trommelte mit einem Volumen von 78 Millionen Euro - eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Beide Unternehmen haben im ersten Halbjahr ihren Werbedruck weiter erhöht. 

Die beiden Unternehmen schaffen es immer wieder in die Wochen-Top-10 der größten Kampagnen. Lieferando stand beispielsweise in der Kalenderwoche 17 mit 2,3 Mio. Euro brutto, alles TV-Werbung, im Ranking des Kontakters. Zum Vergleich, McDonald's schaltete in jener Woche im TV und Radio Spots für einen Bruttowert von 3,8 Mio. Euro. Nur der dritte große Anbieter, Deliveroo, baut nicht auf Spots. Das Unternehmen steckte nur einen sechsstelligen Betrag in Out-of-Home-Werbung.

„Online-Lieferdienste haben in einer kurzen Zeitspanne innerhalb der vergangenen Jahre einen enormen Werbedruck und Relevanz aufgebaut“, erklärt Hellmut Fischer, General Manager von Ebiquity in der Dach-Region gegenüber Welt an Sonntag. Ein Grund mag sein, dass die Marktanteile jetzt verfestigt werden. Denn es droht Konkurrenz von weiteren Riesen.

Uber-CEO Dara Khosrowshahi hatte auf dem DLD im Januar in München erklärt, Uber wolle der größte Lieferdienst weltweit werden  und zwar noch in diesem Jahr. Bisher gibt es Uber Eats im deutschsprachigen Raum nur in Wien. Nur Deutschland sei sicherlich auch ein interessanter Markt für Uber Eats, aber es gäbe aktuell hierfür keine konkreten Launch-Pläne, so die Auskunft von Uber gegenüber W&V Online. Und es ist auch kein Geheimnis, dass Amazon an neuen Lieferservices arbeitet. Das Essen könnte so vielleicht bald dampfend per Drohne ins Haus kommen. 

Die Berliner Agentur Dojo ist für die Helden-Spots verantwortlich, die seit vergangenem Herbst im Einsatz sind. Wie Großmeister Alfred Hitchcock taucht die Agentur auch im Spot auf *

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Lieferando baut in der Regel auf Spots der niederländischen DDB-Agentur Etcetera, die Takeaway international einsetzt. 

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*Dojo steht als Logo auf der vorbei wehenden Plastiktüte.


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.