London stoppt schwulen-feindliche Buswerbung

Die Verkehrsbetriebe London haben eine Kampagne der christlichen Gruppe Core Issues Trust gestoppt, weil sie Homosexualität als Krankheit darstelle.

Text: Frauke Schobelt

16. Apr. 2012

Londons Bürgermeister Boris Johnson hat eine Kampagne der christlichen Gruppe Core Issues Trust gestoppt, die Schwule als krank darstellt. "Not gay! Post gay, ex-gay and proud. Get over it!" (etwa: "Nicht schwul! Post-schwul, ex-schwul und stolz. Bring es hinter dich!") lautet der Slogan, mit dem die Gruppe Busse bekleben wollte. Obwohl die britische Werbeaufsicht die Kampagne zuvor genehmigt hatte, lehnten sie die Verkehrsbetriebe nach Intervention von Johnson ab, schreibt "The Guardian". Ein Slogan, der aussage, dass Homosexualität wie eine Krankheit geheilt werden müsse, spiegele nicht den "toleranten" Geist Londons wider, erklärte ein Sprecher.

Die christlich-fundamentalistische Gruppe kann jetzt ihre geplante Gegenkampagne nicht umsetzen, mit der sie auf eine aktuelle Werbung der Pro-Homosexuellen-Gruppe Stonewall reagieren wollte. Auf rund 1000 der berühmten roten Doppeldecker-Busse in London werben diese seit 1. April für mehr Toleranz im Umgang mit Schwulen: "Manche Leute sind schwul. Finde dich damit ab!" lautet der Slogan.

Core Issues Trust warf den Verkehrsbetrieben deshalb Zensur vor. Dazu Boris Johnson:  "Es ist ganz eindeutig beleidigend anzudeuten, dass Schwul-sein eine Krankheit ist, von der sich jemand erholt, und ich werde nicht zulassen, dass diese Andeutung auf unseren Bussen durch London gefahren wird." (AFP)


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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