Tesla öffnet Supercharger für andere Elektroautos

Auf die karge Innenausstattung und die lässige Verarbeitung von Tesla sind die Besitzer anderer Elektroautos eher nicht neidisch – auf die Supercharger-Ladestationen dagegen schon. Knapp 25.000 dieser Schnelllade-Säulen gibt es weltweit. Und sie ermöglichen Tesla-Fahrern, auch auf der Langstrecke zügig voranzukommen. Bisher waren die Supercharger ausschließlich für Tesla-Fahrzeuge verfügbar. Doch nun macht der kalifornische Elektroauto-Pionier sein Netz auch für andere Hersteller und Modelle zugänglich. Das kündigte Konzernchef Elon Musk in einem Tweet an: "Wir werden unser Supercharger-Netzwerk im Laufe dieses Jahres auch für andere E-Fahrzeuge öffnen."

Wie CNBC berichtet, verhandelt Tesla schon länger mit anderen Autoherstellern sowie mit Regierungen und Behörden über die Nutzung seiner Supercharger. Und obwohl sich auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eingeschaltet haben soll, gibt es nun konkrete Fortschritte. In den USA und Kanada ist die technische Umsetzung nicht ganz unkompliziert. Denn dort verwendet Tesla an seinen Stationen eigene Ladeanschlüsse, die nicht mit anderen E-Autos kompatibel sind. Dies ist historisch bedingt, weil es zum Start der Supercharger noch gar keinen Highspeed-Standardanschluss gab. In Europa setzt Tesla dagegen seit Beginn auf den üblichen CCS-Standard. Hier ist das Öffnen der Supercharger also vor allem eine Software- und Abrechnungs-Frage. Deutschland, Norwegen und Schweden gelten als die ersten Kandidaten in Europa. Wie begeistert Tesla-Fahrer sind, wenn künftig ein VW ID.3 "ihre" Ladesäule blockiert, steht auf einem anderen Blatt.

The Grand Tour: Amazons Auto-Legenden kehren zurück

Da machen die Dudelsack-Bläser dicke Backen! Amazons Auto-Legenden Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond kehren am 30. Juli mit dem Schottland-Special "Lochdown" zurück. Damit erscheint nach einem guten halben Jahr Pause Episode 3 der vierten Staffel der Erfolgsreihe "The Grand Tour". Diesmal schaukeln die Ex-Moderatoren der unvergessenen BBC-Reihe "Top Gear" in Ami-Schlitten der 70er Jahre, vom Cadillac Coupe De Ville bis zum Lincoln Continental, durch die schottischen Highlands. James May kündigt eine besonders charmante und entschleunigte Folge mit den Ex-Autos von Elvis Presley und von Jock Ewing aus "Dallas" an: "Das verspricht die schönste Reise zu werden, die wir jemals gemacht haben."

Wie Produzent Andy Wilman der Zeitung The Scotsman verraten hat, war ursprünglich ein ganz anderer Trip geplant: "Wir wollten eigentlich nach Russland gehen, um an einem großen, filmreifen und weit entfernten Ort zu drehen." Dann kam der Lockdown – und aus Russland wurde der schottische "Lochdown" mit Camping und rätselhaften Seeungeheuern. Seit Staffel 4 besteht "The Grand Tour", eine der weltweit erfolgreichsten Amazon-Reihen, nur noch aus den Reiseabenteuern der drei englischen Zausel. Das Zelt, in dem die ersten drei Staffeln gedreht wurden, ist verkauft, Autotests gibt es keine mehr. "Irgendwann ist die Zahl der Möglichkeiten erschöpft, mit denen man in einem BMW um die Kurve driften kann", hat Mastermind Clarkson das Ende des klassischen Formats erklärt. Mit den Roadtrips soll es aber weitergehen, das Kult-Trio wurde bereits bei neuen Dreharbeiten in England und Wales gesichtet.

Klingende Untertasse: Der Ufo-Lautsprecher von Louis Vuitton

Falls sich Carmen Geiss von ihrem Robäääärt einen neuen Lautsprecher wünscht, der nach eher wenig Geschmack, dafür aber nach viel Geld aussieht, hat Louis Vuitton eine Idee. Der französische Luxusspezialist verkauft jetzt einen neuen smarten Bling-Bling-Lautsprecher, der nach einer Kreuzung aus Handtasche, Ufo und Aladins Wunderlampe aussieht. Der "Louis Vuitton Horizon Light Up Lautsprecher" kostet 2.450 Euro, die Franzosen erklären ihn so: "Der Lautsprecher ist durch die Toupie-Handtasche inspiriert und erfindet die Welt tragbarer Audiogeräte neu. Daheim präsentiert er sich als Kunstobjekt aus Metall und edlem Leder, welches die charakteristischen Signaturen des Hauses Louis Vuitton zieren."

Während der Benutzung synchronisieren sich Lichteffekte mit dem Rhythmus. Das Vuitton-Logo und insgesamt 35 LEDs leuchten auf und tanzen übers Gerät. Ob der neue Traum russischer Oligarchentöchter damit tatsächlich "ein eleganter und diskreter Begleiter auf Reisen" ist, wie es der Hersteller verspricht – darüber lässt sich trefflich streiten. Jedenfalls ist die ein Kilo schwere klingende Untertasse, die sich auch nach Art einer Handtasche mitschleppen lässt, technisch auf dem aktuellen Stand. Die Musik wird rundum in 360 Grad abgestrahlt, Telefonieren ist ebenfalls möglich. Und neben der Wiedergabe vom Handy per Bluetooth werden auch WLAN und Apples Standard AirPlay 2 unterstützt. Robäääärt muss wohl in die Tasche greifen.

Unbekanntes Musikobjekt: Louis Vuittons neuer Ufo-Lautsprecher.

Unbekanntes Musikobjekt: Louis Vuittons neuer Ufo-Lautsprecher.

Kurzzeit-Astronaut Jeff Bezos: So spotten das Netz – und Jon Stewart

Der zehnminütige Weltall-Ego-Trip von Jeff Bezos war gestern zwar kürzer als eine S-Bahn-Fahrt von München-Laim zum Ostbahnhof. Trotzdem darf sich der Amazon-Gründer jetzt als Kurzzeit-Astronaut feiern lassen. Im Netz gibt es erwartungsgemäß allerdings mehr Spott als Bewunderung für den Ausflug. US-Latenight-Legende Jon Stewart nimmt das Wettfliegen von Jeff Bezos, Richard Branson und Elon Musk zum Anlass, wunderbar böse über das neue Multi-Milliardärs-Hobby zu ätzen. In seinem aufwändig produzierten Drei-Minuten-Clip, mit dem er für seine anstehende Apple-TV+-Reihe "The Problem with Jon Stewart" wirbt, steht vor allem die doch sehr phallische Form der Bezos-Rakete im Mittelpunkt.

Ums gleiche Pennäler-Thema geht es auch in vielen der Memes zum Jeff-Bezos-Flug, die die Futurezone zusammengetragen hat. Nicht sehr freundlich heißt es in einem der Tweets: "Heute wird in die Geschichte als der Tag eingehen, an dem ein gigantischer Pimmel ins Weltall geflogen ist, und der Oberpimmel dann sicher zurückgekehrt ist." Lieblingsthema vieler Spötter ist das triste Dasein der Amazon-Belegschaft, die unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen schuften muss, während ihr Ex-Chef fröhlich durch den Weltraum fliegt: "Bezos' Rakete ist übrigens nicht einem Penis nachempfunden, sondern den Flaschen, in die das Amazon-Lagerpersonal bei der Arbeit pinkeln muss."



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.