VW übt Medienschelte :
"Masochistisch": VW-PR-Chef kritisiert deutsche Medien

Mangelnde Recherche, ein masochistischer Blick auf Themen - in einem Interview mit dem "PR Report" übt der Kommunikationschef von VW harte Kritik an der deutsche Presse. Hans-Gerd Bode räumt jedoch auch ein: Die Krisenkommunikation von VW muss anders werden. 

Text: Sebastian Blum

Die Dieselaffäre hält VW seit September des vergangen Jahres in Atem: In den USA droht dem Autobauer eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 48 Milliarden US-Dollar, die Rückrufe der betroffenen Modelle dürften ebenfalls kostspielig ausfallen. Nach Martin Winterkorn soll es nun VW-CEO Matthias Müller richten. Mit öffentlicher Demut, mit "präziser definierter Werbung" - ein Beispiel ist der neue Markenauftritt - und mit einer verbesserten Krisenkommunikation. Letzeres fällt in den Aufgabenbereich von Hans-Gerd Bode. Der ehemalige Porsche-Mann ist seit Oktober 2015 der neue PR-Chef der Wolfsburger. In einem Interview mit "PR Report" bezieht Bode jetzt Stellung zur Strategie von VW.

Eine Erkenntnis des Gesprächs: Bode ist kritikfähig. Die Krisenkommunikation müsse "für die Zukunft strukturell anders" aufgestellt werden, attestiert der PR-Chef. Die kommunikative Infrastruktur sei in der Krise ungenügend aufgesetzt gewesen. "Wir müssen weg von traditionellen Zeitungsformaten, hin zu tagesaktuellen, eigentlich sogar minutenaktuellen Informationen, wie man sie von den gängigen Online-Portalen gewöhnt ist." 

Im Zuge der PR-Krise seines Unternehmens kritisiert Bode indes auch die Rolle der deutschen Presse: Medienvertreter aus Deutschland, so Volkswagens Kommunikationschef, hätten "den Hang, Themen masochistisch zu betrachten". "Ausländische Medien gehen mit diesem Thema völlig anders um", sagt Bode - und bemängelt in diesem Zusammenhang mangelnde Recherche, die Pressevertreter manchmal dazu verleite, "voreilige Schlüsse" zu ziehen. 

Trifft deutsche Medienvertreter also eine Teilschuld an der aktuellen PR-Misere der Wolfsburger? Egal wie die Antwort auf diese Frage ausfällt: Es liegt vor allem an Hans-Gerd Bode, das Ruder in der öffentlichen Darstellung von Volkswagen herumzureißen. Sein Interview kann in Gänze in der aktuellen Ausgabe von "PR Report" nachgelesen werden.   

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