Shitstorm :
McDonald's entschuldigt sich für missglückten Trauer-Spot

Mit einem emotionalen TV-Spot wollte McDonald's in UK für seinen Filet-o-Fish-Burger werben - doch die verantwortliche Agentur Leo Burnett vergriff sich ordentlich im Sujet.

Text: W&V Redaktion

Der Junge findet sein Lachen erst wieder, als er einen Filet-o-Fish-Burger verspeist, der auch die Lieblingsspeise seines verstorbenen Vaters war.
Der Junge findet sein Lachen erst wieder, als er einen Filet-o-Fish-Burger verspeist, der auch die Lieblingsspeise seines verstorbenen Vaters war.

„Ging McDonald's mit diesem Spot zu weit?”

Der Shitstorm war vorprogrammiert: Mit einem emotionalen TV-Spot wollte McDonald's in Großbritannien für seinen Filet-o-Fish-Burger werben - doch die verantwortliche Agentur Leo Burnett vergriff sich ordentlich im Sujet. Der Clip zeigte einen kleinen Jungen, der den Tod seines Vaters verarbeiten muss. Er bittet seine Mutter, ihm von seinem Vater zu erzählen, auf der Suche nach Gemeinsamkeiten. Sein Lachen findet er aber erst wieder, als er einen Filet-o-Fish-Burger verspeist, der auch die Lieblingsspeise seines Vaters war. Der Aufschrei im Social Web ließ nicht lange auf sich warten. 

Auch gemeinnützige Organisationen und Trauer-Selbsthilfegruppen beschwerten sich über den unsensiblen Umgang mit diesem Thema. So berichtet die Psychologin Shelley Gilbert von der Kinderhilfe Grief Encounter dem "Guardian", dass sie zahlreiche Anrufe von besorgten Eltern erhalten habe. McDonald's habe die Trauer von Kindern ausgebeutet und versucht, so eine Verbindung zu jungen Menschen und überlebenden Eltern herzustellen. Dies sei jedoch gründlich misslungen. 

Inzwischen hat sich die Fast-Food-Kette entschuldigt: Man wollte nicht unsensibel erscheinen, sondern die Rolle herausstellen, die McDonald's im Leben der Kunden spielt, in guten wie in schlechten Zeiten, zitiert The Drum die Burgerbraterei. Gegenüber "The Guardian" sagte ein Sprecher: "Wir entschuldigen uns für die Aufregung, die diese Werbung verursacht hat. Das war keineswegs eine Absicht von uns." Der Vater-Spot werde aus allen Kanälen zurückgezogen und nicht mehr gezeigt. 

Die Advertising Standards Authority (ASA), die britische Werbeaufsicht, kündigte in der Zwischenzeit an, den Vorfall genauer untersuchen zu wollen. Bis Montag seien bereits 100 Beschwerden gegen die Kampagne eingegangen. 

Einige Reaktionen auf Twitter: 

(red/fs)

„Ging McDonald's mit diesem Spot zu weit?”


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